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Politik

Lebertrans­plantationen: Bessere Ergebnisse bei höheren Fallzahlen

Freitag, 4. Oktober 2019

/dpa

Köln – Patienten, die sich in Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen einer Lebertransplan­tation unterziehen, haben insgesamt größere Überlebenschancen. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten sogenannten Rapid Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte das IQWiG im Dezember 2018 beauftragt, einen Bericht zum Zusammenhang zwischen Leis­tungs­­menge und Behandlungsqualität von Lebertransplantationen zu erarbeiten.

Dem Institut zufolge wurden 2017 in Deutschland 795 Lebertransplantationen durchgeführt. Häufigste Indikation dafür war das chronische Leberversagen bei einer Leberzirrhose. Auch bei akutem Leberversagen, etwa durch eine Vergiftung, oder bei bösartigen Tumoren kann eine Lebertransplantation notwendig werden. In den meisten Fällen setzte das Ärzteteam dem Empfänger das Organ eines Verstorbenen ein. Dabei besteht die Option, das Spenderorgan auf zwei Personen aufzuteilen: Dann erhält in der Regel ein Erwachsener den größeren rechten Leberlappen und ein Kind den kleineren linken Leberlappen.

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Trotz Einnahme von Immunsuppressiva kommt es in den ersten drei Monate nach der Transplantation laut IQWiG bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen zu mindestens einer akuten Abstoßungsreaktion der Spenderleber. Spätere chronische Abstoßungsreaktionen werden bei drei bis 17 Prozent der Patienten beobachtet.

Auf Basis von sechs in die Bewertung einbezogenen Beobachtungsstudien sieht das IQWiG einen positiven Zusammenhang zwischen der Zahl der in einem Krankenhaus durchgeführ­ten Lebertransplantationen und der Qualität des Behandlungsergebnisses. Vor allem seien die Überlebenschancen in Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen insgesamt größer, heißt es in dem Bericht. Die Sicherheit dieser Aussage stuft das Institut wegen der eher geringen Datenqualität jedoch als niedrig ein. Die derzeit in Deutschland gültige jährliche Mindest­menge für die Lebertransplantation liegt bei 20 Behandlungen pro Krankenhausstandort (inklusive Teilleber-Lebendspenden).

Hinsichtlich des Transplantatversagens sehen die Wissenschaftler bei ebenfalls niedriger Aussagekraft der Ergebnisse zwar einen Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses auf Krankenhausebene – dieser Zusammenhang ist aber nicht linear. So sinkt die Transplantat-Abstoßungsrate in einer relevanten Studie nur bis zu einer jährlichen Fallzahl von 50 Lebertransplantationen pro Jahr, steigt dann an und sinkt ab etwa 90 Lebertransplantationen pro Jahr wieder. Sollte sich dieses Ergebnis in weiteren hochwertigen Studien bestätigen, so wären neben zu erfüllenden Mindestmengen auch jährliche Höchstmengen denkbar, betonten die Wissenschaftler.

Für die definierten Zielgrößen „unerwünschte Wirkungen der Therapie“, „gesundheitsbezo­gene Lebensqualität“ und „Kranken­haus­auf­enthaltsdauer“ konnte das IQWiG-Team wegen fehlender Daten keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der Lebertransplantationen und der Behandlungsqualität ableiten. © hil/sb/aerzteblatt.de

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