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Kritik an langen Genehmigungs­verfahren für innovative Diabetes­technologien

Montag, 7. Oktober 2019

Flash-Glukose-Messsystem /dpa

Berlin – Die Krankenkassen sollten innovative Technologien zur Diabetestherapie rascher bewilligen. Das fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Insbesondere geht es ihr dabei um Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) wie Glukosesensoren, die Patienten zur Blutzuckerbestimmung am Arm oder Bauch platzieren, sowie um Insu­lin­­pumpen.

„Diese Technologien haben dazu beigetragen, die Therapie zu verbessern und Komplikati­o­nen – wie schwere Unterzuckerungen – zu reduzieren“, hieß es aus der DDG. Immer mehr Menschen mit Diabetes Typ 1 nutzten zum Beispiel eine Insulinpumpe. Insbeson­de­re bei Kindern unter 15 Jahren sei sie inzwischen eine Standardtherapie. „Auch CGM-Sys­teme haben eine breite Akzeptanz gefunden“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

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Laut einer in diesem September in der Fachzeitschrift Diabetes Care erschienenen Studie (DOI 10.2337/dc19-0345) nutzten im Jahr 1995 rund ein Prozent der Patienten mit Diabe­tes Typ 1 eine Insulinpumpe – heute sind es über die Hälfte aller Patienten. „Die deut­lichs­te Zunahme ist bei Kleinkindern unter sechs Jahren zu verzeichnen: Über 90 Prozent dieser Altersgruppe erhalten heute eine Insulinpumpentherapie“, erläutert der DDG-Vize­präsident Andreas Neu.

Eine vergleichbare Entwicklung gibt es laut der Studie bei den CGM-Systemen. Hierbei befindet sich ein Sensor mit einer winzigen Elektrode im Unterhautfettgewebe, der regel­mäßig den Glukosewert ermittelt. „Besonders bei Kleinkindern unter sechs Jahren wird der Glukosesensor immer häufiger eingesetzt“, erläutert die Studienautorin Louisa van Boom, Oberärztin am Clementine Kinderhospital Frankfurt.

Therapieerfolg und Sicherheit haben laut der Beobachtungsstudie an 96.547 Patienten mit Diabetes Typ 1 über einen Zeitraum von 1995 bis 2017 zugenommen: „Wir konnten auf­zeigen, dass sich der HbA1c-Wert bei Pumpenträgern gegenüber Patienten mit Pen-Thera­pie verbessert hat“, so van den Boom. Zudem habe sich die Anzahl der Patienten mit schweren Unterzuckerungen und Koma durch die neuen Technologien deutlich verringert.

„Doch die CGM-Systeme werden Patienten meist nur nach einem langen Genehmigungs­verfahren unter zusätzlicher Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Kranken­versicherung (MDK) zugesprochen“, kritisiert Thomas Kapellen, Sprecher der Arbeitsge­meinschaft Pädiatrische Diabetologie der DDG.

Dies sei unnötig, da die Leitlinien der DDG, der ergänzende Begutachtungsleitfaden zur Bewilligung einer Insulinpumpe des MDK sowie ein Beschluss des Gemeinsamen Bundes­ausschusses eindeutig für eine Erstattung sprächen. „Eine verzögerte Bewilligung der kon­­tinuierlichen Glukosemessung belastet die betroffenen Familien nur unnötig“, erklärte Neu. © hil/aerzteblatt.de

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