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Politik

Regierung schwächt offenbar Klimaschutzgesetz ab

Montag, 7. Oktober 2019

/Soonthorn, stockadobecom

Berlin – Das Ringen um den richtigen Kurs in der Klimapolitik geht weiter. Einem Medi­en­­­bericht zufolge hat die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz im Vergleich zur ur­sprüng­lichen Planung deutlich abgeschwächt. Im finalen Entwurf des Umweltministe­ri­ums, der dem Spiegel vorliegt und übermorgen ins Kabinett kommen soll, werde zum Beispiel für das Jahr 2040 kein nationales Ziel zur CO2-Einsparung mehr definiert.

Auch das Ver­sprechen, dass die Bundesrepublik bis 2050 keine klimaschädlichen Treib­haus­gase wie Kohlendioxid mehr ausstoßen werde, wurde demnach abgeschwächt. Es heißt laut dem Bericht nur noch, dass dieses Ziel „verfolgt“ werden solle.

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Wie der Spiegel berichtet, wurden auch die Kontrollmechanismen abgeschwächt: Der sogenannte Klimarat solle kein jährliches Hauptgutachten mehr erstellen, um die Wirk­samkeit der geplanten Maßnahmen zu überprüfen. Er solle auch keine Vorschläge mehr machen dürfen, wie die zuständigen Ministerien nachjustieren können, wenn CO2-Ein­spa­r­ungsziele in einzelnen Sektoren drohen, verfehlt zu werden. Laut dem Bericht wur­den die Abschwächungen auf Betreiben der Unionsfraktion vorgenommen.

Die Große Koalition hatte sich Mitte September auf eine Reihe von Maßnahmen für eine Reduzierung des Ausstoßes von klimaschädigenden Treibhausgasen geeinigt, die von Um­weltverbänden bereits als zu zaghaft kritisiert wurden. Union und SPD wollen unter anderem, dass die Verschmutzungsrechte, die Unternehmen für den Verkauf fossiler Heiz- und Brennstoffe künftig nachweisen müssen, 2021 nur 10 Euro pro Tonne kosten. Später soll der Preis dann steigen.

Kritik an den Änderungen am Gesetz kam prompt– auch aus den eigenen Reihen. Der ehe­­malige CDU-Politiker Ruprecht Polenz schrieb bei Twitter: „Es braucht klare Ziele und Zwi­schenziele, damit das Pariser Klimaziel erreicht werden kann. Und es braucht eine jährliche Überprüfung der erreichten Zwischenstände, um nachsteuern zu können.“ Der Linken-Chef Dietmar Bartsch twitterte: „Was für eine Regierung? Jede Woche eine neue Meinung. Die können es nicht.“

Die Erste parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßel­mann, sprach von einer „Bankrotterklärung“. „Nicht zu fassen! Schon mit dem ursprünglich von CDU/CSU und SPD angekündigten Klimapaket wäre die Einhaltung der Klimaziele von Paris nicht mehr möglich gewesen. Anscheinend bleibt #BRG (die Bundesre­gierung) jetzt noch da­hinter zurück – schlimmer geht's nimmer“.

Der SPD-Vorsitzkandidat Karl Lauterbach schrieb bei Twitter: „Wird das Klimapaket durch die Union noch weiter abgeschwächt, ist es nur noch ein zahnloser Tiger. Alles, was fehlt, muss von unseren Kindern sehr viel teurer und drastischer nachgeholt werden. Die SPD sollte nicht auf der falschen Seite der Geschichte stehen.“

Der Chef des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert, sagte dem Spiegel: „Was wir ge­braucht hätten, wäre ein klarer Businessplan für den Klimaschutz gewesen. Was wir be­kom­men haben, ist ein Plänchen, mit dem die Unsicherheit und Unplanbarkeit für Sekto­ren bleiben.“

Das Klimapaket der Bundesregierung dürfte heute auch ein Thema bei den Aktionen von Extinction Rebellion sein. Die Aktivisten planen unter anderem in Berlin Blockaden. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Montag, 7. Oktober 2019, 19:45

Klimaschutz : die verschiedenen Aspekte

Man sollte jedes Engagement nicht diskreditieren, aber kritisch hinterfragen - auch die Freitags-Demos. Aber :
"Wir sind das Volk" - und wir sind der Souverän - und wir sind verantwortlich, mindestens wir in den westlichen Demokratien. Aber selbst im heutigen China ist der Satz nicht ganz falsch, weil selbst dort die pure Masse der Bevölkerung einen zumindest tendenziellen Druck ausüben kann.
Diesen berühmten Satz aber hat Greta Thumberg leider nicht berücksichtigt. Gewiß, die Politiker treffen politische Entscheidungen, aber sie sind von uns beauftragt, von uns gewählt - sie handeln letztendlich in unserem Auftrag. In ihrem konkreten Handeln findet sich natürlich nicht jeder wieder , aber eben die Mehrheit : Demokratie eben.
Genau in der Ausblendung des Leitsatzes sehe ich die enorme Resonanz Thumbergs begründet : Das Volk sieht sich aus der Verantwortung genommen. Nur : losgeworden ist das Volk die Verantwortung nicht. Das hätten die Eltern Greta erklären sollen.
Soviel zu dieser Aktivistin.
Was aber sagt die Stimme der Wissenschaft ? Ich empfehle dazu den Vortrag von Prof.Dr.Gernot Wagner in der Teleakademie von 3Sat.. Wagner sagt : Selbst wenn bis 2050 die CO2-Emission auf Null sinkt, haben wir zwar in der Tendenz richtig gehandelt; aber im Effekt hinsichtlich einer Absenkung des prognostizierten Temperatur-Anstiegs-Intervalls von 2°....4,5° noch überhaupt nichts erreicht. Das könne nur durch sog. Bio-Engineering erreicht werden (Zurückholen von Co2 aus der Atmosphäre. z.B.).
Solch Maßnahmen allerdings dann anzuordnen - das ist eine politische Super-Aufgabe . Und da würde GretasAnklage wahrscheinlich ins Schwarze treffen.
Avatar #769631
Naturfreund
am Montag, 7. Oktober 2019, 18:19

Klima

....retten, das geht. Nachschauen 1. In der Bauwirtschaft 2. bei den riesigen Containerschiffen 3. beim Militär
Die Klimaretter gehen auf die Straße-fein. Sie schreien nach der Co2 Steuer. Wo wird das Geld dann wohl hingehen. Ich vermute mal zur NATO. Wie wird denn die Ökosteuer ökologisch eingesetzt? Gute Frage. Gretas Eltern sollten sich schämen dafür, daß sie ihr eigenes und dazu noch krankes Kind für diese Farce hergeben.
LNS

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