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Politik

Fast ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zeigen Symptome einer Essstörung

Dienstag, 8. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Knapp 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeigen Symptome einer Essstörung. Das ist eines der Ergebnisse aus der zweiten Welle der Studie zur Ge­sundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) des Robert-Koch-Institu­tes (RKI).

Ein erhöhtes Risiko für Essstörungssymptome haben demnach vor allem Heranwachsende mit emotionalen Problemen und niedrigem familiären Zusammenhalt. Auch bei Kindern und Jugendlichen, die sich selbst als zu dick oder zu dünn wahrnehmen, stellten die For­scher ein erhöhtes Risiko für Anzeichen einer Essstörung fest.

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Insgesamt ging der Anteil junger Menschen mit Essstörungssymptomen zwar binnen zehn Jahren um 2,8 Prozentpunkte zurück. Dieser Rückgang betrifft aber nach Erkennt­niss­en der Wissenschaftler insbesondere die elf- bis 13-jährigen Jungen, während das Risiko bei 14- bis 17- Jährigen und insbesondere bei Mädchen konstant blieb.

Elf Beiträge mit neuen Ergebnissen aus verschiedenen Bereichen sind jetzt im Bundes­gesundheitsblatt erschie­nen. Danach ist die Adipositasrate bei Kindern und Jugendlichen seit der vergangenen Erhe­bung nicht gestiegen, 36 Prozent der 3- bis 17-Jährigen haben in den vergangenen sieben Tagen mindestens ein Arzneimittel oder Nahrungsergän­zungs­mittel eingenommen und jedes sechste Kind wird innerhalb eines Jahres wegen einer Unfallverletzung ärztlich be­handelt.

Die KiGGS-Basiserhebung von 2003 bis 2006 lieferte erstmalig belastbare Aussagen über die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen, nicht nur aus Befra­gungen, sondern auch aus körperlichen Untersuchungen.

Mit der KiGGS-Welle-2 hat das RKI von 2014 bis August 2017 er­neut Daten zur Gesund­heit der in Deutschland lebenden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erho­ben. Das Studienprogramm umfasste laut RKI neben Befragungen für einen Teil der ein­geladenen Teilnehmer auch körperliche Untersuchungen, Tests sowie Laboruntersu­chun­gen von Blut- und Urinproben. Die Untersuchungen fanden in 167 Städten und Gemein­den in Deutschland statt.

„KiGGS liefert die Basis für Public-Health-Aktivitäten für die Gesundheit aller Kinder und Jugendlichen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Durch die regelmäßige Wiederholung des Surveys und entsprechende Trendanalysen werde der Erfolg gesundheitspolitischer Aktivitäten auf Bevölkerungsebene überprüfbar. © hil/afp/aerzteblatt.de

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