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Ärzteschaft

Ärzte plädieren für Erweiterung des geplanten Implantateregisters

Dienstag, 8. Oktober 2019

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Ab dem Jahr 2021 sollen alle implantierten Medizinprodukte in Deutschland in einem staatlichen Implantateregister verpflichtend erfasst werden. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik, die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) regen jetzt an, dieses umfassender aufzusetzen, als bislang vorgesehen. Zudem sei es nötig, den Dokumentationsaufwand für die Ärzte beziehungsweise Kliniken zu vergüten.

„Das Implantateregister ist ein wichtiger Schritt für ein bundesweites, flächendeckendes Monitoring eingesetzter Implantate und möglicher Komplikationen“, sagte Carsten Perka, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité Berlin, im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, der vom 22. bis 25. Oktober in Berlin stattfindet.

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„Wir sehen es als Bestätigung unserer Arbeit, dass das im Verbund von DGOOC, Kliniken, Krankenkassen und Industrie vor über sieben Jahren initiierte Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) für das Implantateregister de facto nun als Blaupause dient“, so Perka.

Allerdings sollte die Politik nun auch aus den gesammelten Erfahrungen mit dem EPRD lernen. Besonders wichtig sei dabei die Risikoadjustierung: Gerade Zentren und Kliniken der Maximalversorgung behandeln laut den Fachgesellschaften einen hohen Anteil an Patienten mit sehr herausfordernden Krankheitsbildern.

Da die Ausgangssituation nicht mit der eines Routinefalls vergleichbar sei, gelte es, hier einen Risikoausgleich im Score festzulegen. „Sonst sind die Einrichtungen, die sich um die schweren Fälle kümmern, in ihrer Bewertung benachteiligt“, warnte Perka, der neben seiner Funktion als Kongresspräsident auch Präsident des DGOOC sowie Generalsekretär der AE ist.

Mit einer Risikoadjustierung ließen sich zudem falsch negative Bewertungen von an und für sich guten Prothesen vermeiden, ergänzte er. Denn auch diese könnten in einer Prob­lemsituation schlechter abschneiden. Wichtig sei zudem, bei der Bewertung von Implan­taten nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten einzubeziehen, so Perka.

Allerdings sei eine derartige Ausweitung der Datenerhebung ohne zusätzliches Personal oder eine Bezahlung für die erhobenen Datensätze nicht möglich. Hier besteht laut den Fachgesellschaften ebenfalls „großer Nachbesserungsbedarf“.

Der Bundestag hatte Ende September beschlossen, dass Knieprothesen, Herzschrittma­cher und andere Implantate hierzulande künftig zentral registriert werden. Anstoß für die verpflichtende staatliche Datenbank, die voraussichtlich ab 2021 genutzt werden soll, waren Fälle wie der Skandal um minderwertige Brustimplantate, bei denen jahrelang ein nicht zugelassenes Silikon verwendet worden war. © hil/aerzteblatt.de

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