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Welche Körperbilder Instagram-Influencer Jugendlichen vermitteln

Dienstag, 8. Oktober 2019

/ Anton Belovodchenko, stock.adobe.com

Witten/Herdecke – Fitness-Influencer vermitteln ihren meist jungendlichen Followern auf der bildbasierten Internetplattform Instagram Ernährung und Bewegung fast aus­schließlich als Stellschrauben für die Perfektionierung des eigenen Körpers. Die Bilder sind zudem häufig mit Werbung verbunden, die wiederum oft nicht als solche gekenn­zeich­net ist. Das berichten Forscher der Universität Witten/ Herdecke in der Fachzeit­schrift BMC Public Health (doi 10.1186/s12889-019-7387-8).

Die Forscher vom Lehrstuhl für Management und Innovation im Gesundheitswesen der Hochschule haben rund 1.000 Bilder von Deutschlands Top 50 Fitness-Influencern unter­sucht und teilweise Kommunikationsstränge mit bis zu 2.000 Kommentaren analysiert. Influencer sind Personen, die in sozialen Netzwerken besonders einflussreich sind und deshalb bevorzugt als Werbebotschafter eingesetzt werden.

Auf mehr als der Hälfte der Bilder ist ein muskulöser nackter Bauch zu erkennen. Sichtba­re Muskulatur und ein geringer Anteil an Körperfett sind Ideale des aktuellen Körperkults. Durch Kontrolle erschaffene, gestaltete Körper werden dabei als Signale für Gesundheit und Selbstbestimmung wahrgenommen und als Indikator für Kontrolle, Leistung und Macht angesehen.

„Jugendliche kommunizieren mit Influencern über das Internet wie mit besten Freun­dinnen, sie klagen über ihre Figur, kommentieren umfangreich das Aussehen, die Kleidung, das Essen ihrer Idole, und sie suchen Rat, wie auch sie so perfekt werden können“, erklär­te Katharina Pilgrim, die zu dieser Thematik ihre Doktorarbeit verfasst hat. „Dass die dar­ge­stell­ten Fotos aufwändig in Szene gesetzt und umfangreich bearbeitet sind, ist ihnen oft nicht bewusst“, so die Wissenschaftlerin.

„Jugendliche bewegen sich täglich mehrere Stunden in sozialen Netzwerken, dort infor­mieren sie sich auch über gesundheitsrelevante Themen wie Ernährung und Bewegung. Wir müssen diese Art der Kommunikation und ihre Hintergründe verstehen, wenn wir gesund­heitsfördernde Maßnahmen planen, sonst zielen wir an der Lebenswelt der Jugendlichen vorbei“, erläuterte die Betreuerin der Promotion, Sabine Bohnet-Joschko.

Die Forscher berichten zudem, dass auf fast der Hälfte der Bilder Nahrungsergänzungs­mittel in Pulver oder Pillenform abgebildet waren. „Nicht ständig, aber doch regelmäßig geht es auch um die Vermarktung von Produkten wie Sportbekleidung und Nahrungs­ergänzungsmittel,“ so Pilgrim. Jugendliche gewännen den Eindruck, dass die von ihren Idolen genutzten Produkte einen etwas einfacheren Weg zum angestrebten Äußeren böten.

„Die Fitness-Influencer prägen Jugendliche heute maßgeblich in ihren gesundheitsrele­vanten Verhaltensweisen. Dabei betreiben diese keine Gesundheitsförderung, sondern wollen Geld verdienen. Es besteht also ein deutlicher Bedarf, Jugendliche in ihrer psy­chischen und physischen Entwicklung zu schützen und zu begleiten“, lautet Pilgrims Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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