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Politik

Keine Belege für Nutzen von EMDR-Training bei Angststörungen

Mittwoch, 9. Oktober 2019

/hikdaigaku86, stockadobecom

Köln – Das Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) wird bislang haupt­sächlich in der Traumatherapie eingesetzt. Belastbare Belege dafür, dass es auch Patien­ten mit Angststörungen hilft, gibt es aber nicht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine inter­disziplinäre Arbeitsgruppe der Universität Witten/­Herdecke und der Fernuniversität Ha­gen im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirt­schaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

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Beim EMDR sollen traumatische Ereignisse mit Hilfe der Aktivierung beider Gehirnhälften aufgearbeitet werden, zum Beispiel durch das Verfolgen eines hin- und herbewegten Fin­gers mit den Augen.

Die Wissenschaftler fanden 22 für die Fragestellung relevante Studien. Wegen „ausge­präg­ter methodischer Mängel dieser Studien“ konnten sie daraus aber keinen Anhalts­punkt für einen Nutzen der EMDR-Behandlung bei Angststörungen im Vergleich zu etablierten Therapieverfahren oder auch im Vergleich zu keiner Behandlung ableiten.

Dies gilt für die patientenrelevanten Endpunkte Angst, Depression, angstspezifische Effekte wie Vermeidungsverhalten oder körperliche Symptome, gesundheitsbezogene Lebens­qualität und psychosoziale Aspekte.

Methodisch schlecht waren die Studien laut den Wissenschaftlern unter anderem wegen ungeeigneten Vergleichsgruppen, zu kurzer Nachbeobachtung nach der Intervention oder mangelhaften Aussagen zur Randomisie­rung. Geeignete Studien zur gesundheitsöko­no­mischen Bewertung des Verfahrens bei Angststörungen fehlen laut den Wissenschaftlern ebenfalls.

Die Analyse erfolgte im Rahmen des Themencheck Medizin. Die Fragestellungen für die daraus entstehenden Health-Technology Assessments (HTA) gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück.

Das IQWiG ruft nun Fachkreise und alle Interessierten auf, bis zum 4. November Stellung­nahmen zu dem vorläufigen HTA-Bericht zu dem EMDR-Training bei Angststörungen ab­zugeben. Diese werden ausgewertet und gegebenenfalls in einer mündlichen Anhörung mit den Stellungnehmenden diskutiert.

Danach wird eine Endfassung des HTA-Berichtes erstellt. Außerdem schreiben die Auto­ren eine allgemein verständliche Version (HTA kompakt), und das IQWiG ergänzt das Pa­ket um einen Herausgeberkommentar. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #720508
e.ne
am Donnerstag, 10. Oktober 2019, 10:52

Angst zu haben vor etwas/Jemanden ist eine normale Warnfunktion

Falsch wäre es, diese zu übergehen, weg therapieren zu wollen.
Der Mensch muss seine Schritte gehen auf den Wegen die zu seinem Leben gehören/passen. Er darf sich nicht andere Leben aufoktroyieren noch sich überfordern noch unterfordern lassen.
Wahnsinn wäre alle seelischen Vorgänge als psychiatrischen Fälle anzusehen. Angst zu haben nach traumatischen Erlebnissen ist normal.
Wunden heilen, aber die Narben bleiben. Körper und Seele regenieren sich. Die Zeit und die Ruhe braucht der Mensch. Es braucht Zeit um Trauer zu verarbeiten. - Stellen wir uns gegen uns/unser Gefühl dann schadet uns das früher/später. - Wenn jmd nicht weiß, was ein Beinbruch ist, dann kann
er ihn wahrscheinlich auch nicht operieren. Wenn wir nicht wissen wovon
der Andere spricht, dann können wir ihn vermutlich auch nicht therapieren.
Gute Therapeuten wissen das. Sie lassen in Ruhe und geben die Zeit die jmd. braucht oder will (im Falle von satt. Aufenthalten).
Augenbewegung halte ich für eine gute Augengymnastik. Trotzdem bin ich sicher, nicht besser rechts herum tanzen/eislaufen etc zu können als ohne
dies.
Avatar #720508
e.ne
am Donnerstag, 10. Oktober 2019, 10:09

Angst zu haben vor etwas /jmd ist normal und sinnvoll

Wahnsinn ist es, wenn alle seelischen Vorgänge ein psychiatrischer Fall sein sollen. Völlig falsch ist es, Angst zu übergehen, zu überspielen - diese
weg therapieren zu wollen - was sich aber leider erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zeigen wird. Druck und Zwang ausüben zu wollen
- auch sich selbst gegenüber - bei Unter/Überforderung ist genauso falsch.
Wobei Unterforderung noch schlimmer ist, als Überforderung. Der Mensch
muss seine notwendigen Schritte für sein Leben gehen, nicht die Leben anderer führen wollen/sollen/müssen. - Angst als Folge von traumatischen Erlebnissen ist normal. Traumen muss Jeder für sich verarbeiten. Mit soviel Zeit wie er/sie braucht für Trauerarbeit und Selbstregeneration körperlich/seelisch.
Avatar #720508
e.ne
am Donnerstag, 10. Oktober 2019, 09:53

Angst zu haben vor etwas /jmd ist normal und sinnvoll

Wahnsinn ist es, wenn alle seelischen Vorgänge ein psychiatrischer Fall sein sollen. Völlig falsch ist es, Angst zu übergehen, zu überspielen - diese
weg therapieren zu wollen - was sich aber leider erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zeigen wird. Druck und Zwang ausüben zu wollen
- auch sich selbst gegenüber - bei Unter/Überforderung ist genauso falsch.
Wobei Unterforderung noch schlimmer ist, als Überforderung. Der Mensch
muss seine notwendigen Schritte für sein Leben gehen, nicht die Leben anderer führen wollen/sollen/müssen. - Angst als Folge von traumatischen Erlebnissen ist normal. Traumen muss Jeder für sich verarbeiten. Mit soviel Zeit wie er/sie braucht für Trauerarbeit und Selbstregeneration körperlich/seelisch.
Avatar #555822
j.g.
am Mittwoch, 9. Oktober 2019, 22:35

Taschenspielertrick!

kein weiterer Kommentar.
Avatar #555822
j.g.
am Mittwoch, 9. Oktober 2019, 22:16

Taschenspielertrick!

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