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Lehrerverband sieht Zunahme psychischer Erkrankungen bei Schülern und Lehrern

Donnerstag, 10. Oktober 2019

/KKH

München – Mobbing, Schulstress und psychische Belastungen: Der Bayerische Lehre­rinnen- und Lehrerverband (BLLV) hat mehr Aufmerksamkeit für die psychische Gesund­heit von Schülern angemahnt.

„Psychische Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter nehmen zu, ihr Anteil liegt bei über 20 Prozent. Darauf müssen wir reagieren“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleisch­mann an­lässlich des Welttages der Seelischen Gesund­heit. Nötig seien „multipro­fessio­nelle Teams im Unterricht“, sagte sie laut einer heu­tigen Mitteilung. Es brauche zudem zusätzliche Beratungslehrer, Schulpsychologen und Sozialarbeiter.

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Auch die Anzahl der Lehrer mit psychischen Erkrankungen sei besorgniserregend. Dies sei ein deutliches Signal, „dass die Arbeitsbelastung auf vielen Ebenen deutlich zuge­nommen hat“. Ein Grund dafür sei, dass Lehrer immer mehr Aufgaben übernehmen müssten. „Die Zeiten, in denen Lehrkräfte nur noch unterrichten, sind längst vorbei“, sagte die BLLV-Präsidentin.

Auch Schulsozialarbeiter beobachten vielerorts eine Zunahme von psychischen Proble­men und Mobbing bei Schülern. Dabei sei der Umgang mit digitalen Medien ein großes Thema, sagte Claudia Seibold vom Kooperationsverbund Schulsozialarbeit.

Gerade Mobbing verlagere sich immer mehr in den virtuellen Raum. Die Opfer reagierten häufig damit, dass sie sich stark zurückzögen. Auch komme es vor, dass Mitschüler in der Umkleidekabine gefilmt und die Videos geteilt werden. Über aktuelle Herausforderungen ihrer Arbeit sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung wollen bis Freitag rund 550 Fachleute beim Bundeskongress Schulsozialarbeit in Jena beraten.

„Es hat sich sehr viel getan“, resümierte Seibold mit Blick auf den Ausbau der Sozialarbeit an Schulen in Deutschland. Dennoch beklagte sie einen Flickenteppich, was die rechtli­chen Regelungen und die Ausstattung in den einzelnen Bundesländern betrifft.

„Unsere Forderung ist ganz klar, dass es an jeder Schule und für alle Schüler zugänglich Schulsozialarbeit geben muss.“ Nur so könne den Sorgen und Nöten der Kinder und Ju­gendlichen adäquat begegnet werden. Derzeit sei mitunter noch ein Sozialarbeiter für mehrere Schulen zuständig oder habe nur eine halbe Stelle.

Sozialarbeit brauche es an allen Schulformen – von der Grund- bis zur Berufsschule. „Wenn etwas nicht richtig läuft, hat das oft seine Anfänge schon in der Grundschule“, erläuterte Seibold mit Blick auf Schulverweigerer und Schulabbrecher. Deswegen sei Schulsozialarbeit schon bei den Jüngsten wichtig. „Unser Hauptauftrag ist es, präventiv tätig zu sein.“ © dpa/aerzteblatt.de

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