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Pilze sind 33 Jahre nach Tschernobyl immer noch radioaktiv belastet

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Maronen-Röhrlinge gehören zu den Wildpilzen, bei denen immer noch eine hohe Belastung mit radioaktivem Cäsium nachweisbar ist. /picture alliance
Maronen-Röhrlinge gehören zu den Wildpilzen, bei denen immer noch eine hohe Belastung mit radioaktivem Cäsium nachweisbar ist. /picture alliance

München – Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einzelne Wildpilzarten in Bayern immer noch stark mit radioaktivem Cäsium belastet.

Außergewöhnlich hoch belastete Regionen sind kleinere Waldgebiete im Bayerischen Wald, im Donaumoos bei Ingolstadt, im Berchtesgadener Land und in der Region Mitten­wald, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) heute mitteilte. Betroffen sind Sorten wie Semmelstoppelpilze, Elfenbein- und Braunscheibige Schnecklinge und Maronen­röhrlinge.

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„Im Extremfall enthält eine einzelne Mahlzeit dieser Pilze mehr Cäsium-137 als man mit anderen Lebensmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion in einem ganzen Jahr zu sich nimmt“, sagte Inge Paulini, Präsidentin des BfS. Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich halten wolle, sollte darum keine stark belasteten Pilzarten aus höher belasteten Regionen essen.

Wildpilze im Handel unbedenklich

Verbraucher, die Wildpilze im Handel kaufen, müssten keine Bedenken hinsichtlich einer hohen Strahlenbelastung haben, da Wildpilze den Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilo­gramm Frischmasse nicht überschreiten dürfen. Die Einhaltung wird von der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Stichproben kontrolliert.

Nach dem Super-Gau in dem Atomkraftwerk in der Ukraine im Jahr 1986 wurden die ge­nannten Gebiete in Bayern zehn Mal heftiger belastet als beispielsweise Norddeutsch­land. Das Cäsium-137 sei wegen seiner Halbwertszeit von rund 30 Jahren bisher etwa nur zur Hälfte zerfallen. © dpa/aerzteblatt.de

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