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Medizin

Luftverschmutzung lässt Haare früher ausfallen

Donnerstag, 10. Oktober 2019

/torwaiphoto, Adobe.Stock.com

Seoul – Feinstaub (PM10) und Dieselabgase vermindern im Haarfollikel die Konzentra­tion des Proteins Beta-Catenin, der für das Haarwachstum benötigt wird. Die auf der Jahrestagung der European Academy of Dermatology and Venereology in Madrid vor­gestellten Ergebnisse bringen erstmals die Luftverschmutzung mit einem vorzeitigen Haarausfall in Verbindung.

Die Luftverschmutzung ist in den vergangenen Jahren mit Krebs, chronisch-obstruktiven Lungen­erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht worden. Der Einfluss auf das Haarwachstum wurde bisher nicht untersucht, berichtet Hyuk Chul Kwon vom Future Science Research Centre in Seoul. Dabei seien die Haare wie die ge­samte Körperoberfläche ständig den Schadstoffen in der Luft ausgesetzt.

Der Forscher hat den Einfluss der Luftverschmutzung an dermalen Papillenzellen unter­sucht. Es handelt sich um Stammzellen in der Haarwurzel, die für die Bildung der Haare zuständig sind. Der Forscher setzte die Zellen im Labor über 24 Stunden verschiedenen Konzentrationen von PM10 sowie Dieselabgasen aus.

Das Ergebnis war eine verminderte Bildung von Beta-Catenin, das laut dem Forscher eine zentrale Rolle in der Morphogenese der Haare spielt. Die Konzentration von 3 weiteren Proteinen (Cyclin D1, Cyclin E und CDK2) war ebenfalls vermindert. Diese Proteine wer­den für das Haarwachstum und die Haarre­tention (verhindert vorzeitiges Ausfallen) be­nötigt. Die Auswirkungen waren laut Kwon dosisabhängig, was für eine Kausalität spricht.

In welchem Ausmaß die Luftverschmutzung für einen vorzeitigen Haarausfall in der Be­völkerung verantwortlich ist, lässt sich aus der Studie nicht schließen. Hierzu müssten epidemiologische Studien durchgeführt werden, die den Haarausfall der Bevölkerung mit dem vor Ort gemessenen Schadstoffgehalt in Beziehung setzen. © rme/aerzteblatt.de

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