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Politik

Milliardenausgaben für Forschungsoffensive in Bayern angekündigt

Donnerstag, 10. Oktober 2019

/picture alliance/Lino Mirgeler

München – Bayern will für eine große Forschungs- und Hightech-Offensive in den kommen­den Jahren zwei Milliarden Euro ausgeben. Das ist doppelt so viel wie noch vor wenigen Wochen geplant und angekündigt. Damit wolle man den „Forschungs-Turbo“ zünden und den Freistaat in die Zukunft „beamen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute in einer Regierungserklärung im Landtag.

Im Gegenzug will Söder die Schuldentilgung nicht nur deutlich zurückschrauben, sondern quasi auf Null setzen. Pro Jahr will er nur noch 50 Millionen Euro zurückzahlen – bislang war jeweils bis zu eine Milliarde Euro jährlich für die Schuldentilgung vorgesehen.

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Konkret sollen mit dem Geld bis zum Jahr 2023 unter anderem 1.000 neue Professoren, 10.000 neue Studienplätze, unter anderem in Informatik, ein über ganz Bayern verteiltes Netzwerk für künstliche Intelligenz (KI) und mehrere neue Forschungsinstitute finanziert werden. Söder präzisierte damit seine Ankündigungen von Mitte September.

Mit der „Hightech Agenda Bayern“ wolle man dafür sorgen, dass Bayern auch in zehn Jah­ren noch in der Champions League mitspielen könne, sagte Söder. Man müsse sich dem welt­weiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe und technologische Dominanz stellen. „Ich möchte nicht, dass wir am Ende die Verlierer eines technologischen Wettbewerbs sind.“

Viel Geld für Künstliche Intelligenz

Für ein neues KI- und Hochtechnologie-Netzwerk will Söder bis 2023 600 Millionen Euro ausgeben und damit 100 neue Lehrstühle schaffen. Das Zentrum soll in München sein, dort alleine mit 22 neuen Lehrstühlen. Ein neues „KI Mission Institute“ soll die gesamten KI-Aktivitäten in Bayern verzahnen. In Würzburg sind zehn, in Ingolstadt ebenfalls zehn und in Erlangen acht neue Lehrstühle geplant. Zusätzlich sollen in einem Wettbewerb noch einmal 50 neue Lehrstühle ausgelobt werden, die dann quer über Bayern verteilt werden sollen.

Konkret geht es bei den Forschungsprojekten beispielsweise um Roboter-Prothesen, Pfle­ge- und Operationsroboter, neuartige KI-Drohnen, eine KI-gestützte Automobilpro­duk­tion, autonomes Fahren und Fliegen. In Garching bei München soll ein Fraunhofer-Insti­tut für kognitive Syteme verwirklicht werden. Söder schwebt zudem eine bayerische KI-Fabrik mit Robotern vor, die von Unternehmen oder Arbeitnehmern über das Internet ferngesteuert werden können.

Jeweils viele Millionen Euro will Söder zudem für hochmoderne Quantencomputer­tech­nik, die Forschung an sauberen Kraftstoffen oder auch für neue Wasserstofftankstellen im ganzen Freistaat ausgeben. Hinzu kommt das bereits angekündigte eigene Netzwerk für Batterieforschung, dass Bayern unabhängig vom Bund aufbauen will.

Für teilweise dringend notwendige Sanierungen an den existierenden Hochschulen im Freistaat kündigte Söder bis 2023 ebenfalls 600 Millionen Euro zusätzlich an. 400 Millio­nen Euro will er in eine umfassende Hochschulreform stecken.

Damit sollen unter anderem neue Exzellenz- und Forschungsprofessuren finanziert wer­den, um Spitzenforscher aus aller Welt nach Bayern zu locken – aber auch die 10.000 neuen Studienplätze, alleine 5.000 davon in Informatik.

Weitere 400 Millionen Euro sollen für eine „Mittelstandsoffensive“ ausgegeben werden, um Firmen beim Wandel hin zu Hightech zu unterstützen. Der Digitalbonus für Unter­nehmen wird fortgesetzt, es soll neue Technologietransferzentren und zusätzliche Un­terstützung von Start-ups geben, um diese dauerhaft in Bayern zu halten. © dpa/aerzteblatt.de

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