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Politik

Ministerin in Hessen geht von drei Todesfällen durch Listeriose aus

Freitag, 11. Oktober 2019

/villorejo, stock.adobe.com

Darmstadt – Im Skandal um mit Keimen belastete Wurst geht Hessens Verbraucher­schutz­ministerin Priska Hinz (Grüne) von drei Todesopfern aus. Das wisse man seit ges­tern, sagte sie heute in Darmstadt. Der nordhessische Landkreis Waldeck-Frankenberg, der für die Überwachung und die Schließung der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwa­ren GmbH in Twistetal-Berndorf verantwortlich war, sprach bislang von zwei Opfern aus Südhessen.

Hinz betonte, man wolle dem Landkreis eine Frist setzen und erwarte in den nächsten 14 Tagen einen Bericht. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge sind Patienten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt „direkt oder indirekt an der Liste­riose“ verstorben. In Wilke-Wurst waren wiederholt Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

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Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Schließung: Wilke reichte gestern beim Verwaltungsgericht Kassel einen Eilantrag ein. Dieser richte sich gegen die Anordnung des Landkreises, der die Produktion gestoppt hatte.

Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums gab es ab dem 5. September Anwei­sungen für eine grundlegende Desinfektion in dem Betrieb und eine Reinigung der Schneidegeräte. Das Ministerium habe erst am 16. September von dem Zusammenhang der Listerienfunde mit Krankheits- und Todesfällen erfahren. Wie eine Sprecherin dem Deutschen Ärzteblatt erklärt hatte, lagen dem Haus aber schon am 12. August erste Hinweise darauf vor, dass dass es Probleme mit Listerien bei Wilke geben könnte. Die Anhaltspunkte seien aber sehr vage gewesen.

Am 16. September hätten sich die Probleme dann bestätigt. Von diesem Tag an sei keine ungeprüfte und listerienbelastete Ware mehr ausgeliefert worden, sagte eine Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass am 16. September auf der Plattform „Verbraucherfenster“ in Hessen über die Probleme informiert worden sei. Als Grund, warum die Öffentlichkeit erst später aktiv vom Ministerium informiert worden sei, nannte sie Unternehmensrechte und mögliche Regressforderun­gen. Geschlossen wurde die Firma Wilke erst am 2. Oktober.

Ob da beim Kreis geschlampt worden sei oder nicht, könne sie noch nicht sagen. „Das maße ich mir nicht an“, sagte Hinz. Es müsse nun erstmal der Bericht abgewartet werden. Hinz forderte aber erneut mehr Befugnisse des Landes. In diesem Fall habe man den Landkreis nur bitten können. „Wir haben auf eine Schließungsverfügung gedrungen", sagte Hinz. Letzten Endes zuständig sei aber der Kreis. „Wir werden das jetzt aufarbeiten." © dpa/may/aerzteblatt.de

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