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Politik

Bundestag muss sich mit Rauchverbot in Autos im Beisein von Kindern und Schwangeren beschäftigen

Freitag, 11. Oktober 2019

/Satjawat, AdobeStock.com

Berlin – Der Bundestag muss sich mit der Forderung nach einem Rauchverbot in Autos mit Kindern und Schwangeren beschäftigen. Der Bundesrat beschloss heute, einen ent­sprechenden Gesetz­entwurf ins Parlament einzubringen. Weltweit würden jährlich 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens sterben, heißt es in der Begründung des Gesetzesentwurfs.

Gerade in Fahrzeugkabinen seien Minderjährige und ungeborene Kinder den Gefahren einer gesundheitlichen Schädigung besonders ausgesetzt: Nach Schätzung des Deutsch­en Krebs­forschungszentrums sei derzeit rund eine Million Minderjähriger in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt.

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Die Länder wollen eine Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes, die das Rauchen in Au­tos verbietet, wenn Kinder oder Schwangere darin sitzen. Verstöße sollen mit 500 bis 3.000 Euro geahndet werden.

„Die Gesundheit der Kinder muss Vorfahrt vor den Interessen rauchender Erwachsener haben. In einem verrauchten Auto sind fünfmal so viele Schadstoffe in der Luft wie in einer verrauchten Bar“, sagte Karl-Josef Laumann, Ge­sund­heits­mi­nis­ter in Nordrhein-Westfalen (NRW). Das Bundesland hatte die erneute Initiative angeschoben.

Kinder und Jugendliche seien durch Passivrauchen besonders gefährdet – und in ge­schlossenen Autos sei die Belastung mit Tabakrauch besonders hoch, betonte Baden-Würt­tembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) in der Länderkammer. Ungeborene und Kleinkinder benötigten einen besonderen Schutz, weil sie sich dem Rauch in der Regel nicht selbstständig entziehen könnten.

Der Deutsche Ärztetag, die Bundes­ärzte­kammer, Kinder- und Jugendärzte sowie der Be­rufsverband der Frauenärzte hatten sich bereits mehrfach für ein Rauchverbot in Autos ausgesprochen, in denen Schwangere und Minderjährige mitfahren.

Der Bundesrat fordert die Bundesregierung heute auch auf, den Einsatz des Pflanzen­schutzmittels Glyphosat in Privatgärten sowie öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Parkanlagen rasch zu verbieten.

Außerdem soll die Regierung den bis 2023 angekündigten schrittweisen Totalverzicht auf Glyphosat regeln, heißt es in einer Entschließung. Deutlich eingeschränkt werden müsse die Anwendung des umstrittenen Herbizids schon vor 2023. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

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Avatar #751684
mednews for all
am Donnerstag, 17. Oktober 2019, 00:19

Auf so ein Gesetz warte man schon Jahrzehnte, zudem muss auch über weitere Settings gesprochen werden

penangexpag, die Kinder zu misshandeln würde sich auch im Privaten Bereich befinden, Regelmäßiges Rauchen und eine damti einhergehende direkte Schädigung der Kinder ist auch eine Art der Misshandlung, der Getzgeber sollte Ordnungsbehörden und Gerichten mehr Handlungsmöglichkeiten einräumen.
Avatar #760232
penangexpag
am Montag, 14. Oktober 2019, 15:23

Gesetz Rauchen im Auto

Natürlich ist es - nach heutiger Auffassung - schon krass, wenn Eltern im Beisein von Kindern im Auto Rauchen (es muß ja nicht der Fahrer sein). Das Problem liegt aber im Wort "privater Bereich". Denn streng genommen müßte der Gesetzgeber ja alle privaten Bereiche, in denen Kinder sind, bei einem Verbot mit erfassen. Da würde aber eine Grenze überschritten. Hier ist nicht mehr der Gesetzgeber, sondern die Verantwortung der Eltern gefragt. Mißliche Situation - daher ist es nicht ganz unsinnig, wenn man nach der realen Schädigungsrate fragt. Antwort : schwer abzuschätzen. Ich erinnere mich noch an die Zeit nach dem Krieg in Berlin : Überfüllte S-Bahnzüge und alle waren glücklich, wenn sie was zu Rauchen hatten . Schreckliche Luft - aber keiner hat sich aufgeregt - heute unvorstellbar. Soll kein Maßstab seinm aber vielleicht den doch eine gewisse Relativierung. Dann schon lieber ein generelles Rauchverbot in der Öffentlicheit - und das Auto ist "öffentlich".
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 12. Oktober 2019, 19:04

Es ist schlimm

wenn man eine Selbstverständlichkeit per Gesetz einfordern muss. Ich habe es in meiner Kindheit oft genug miterleben müssen. Im Alltag mögen Raucher liebevolle Mitmenschen sein, aber wenn es um ihre Sucht geht, werden sie zu knallharten Egoisten.

Außerdem gibt es für das Rauchen im Auto im Beisein von Kindern keine Rechtfertigung. Beim Fahren ist Rauchen genau so gefährlich wie telefonieren, und bei stehendem Auto kann der Raucher sich neben das Auto stellen.
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Samstag, 12. Oktober 2019, 11:48

... Plausibilität?

Durch welche konkreten Daten lässt sich bitte belegen, dass durch Rauchverbote im privaten PKW (mutmaßlich gemeint: in der Privatsphäre, zB der eigenen Wohnung) auch nur ein einziges Kind gerettet werden kann?

Es ist völlig unstrittig, dass beim AKTIVEN Zigarettenrauchen bspw. das Risiko für Lungenkrebs um ca. den Faktor 10-20 erhöht ist.

In epidemiologischer Hinsicht gilt aber doch, dass „relative Risiken unter 2,0“ durch klinische Studien zu untermauern sind, um Kausalität annehmen zu können: welche (zB mittels Zufall randomisierten, kontrollierten) Studien gibt es also, die bspw. das Argument potenziellen „cherry-pickings“ widerlegen?

Wie läßt sich widerlegen, bei der Angabe der „166.000 durch Passivrauch getöteten Kinder“ könne es sich möglicherweise um Berechnungen handeln, die – möglicherweise ähnlich den wissenschaftlich unhaltbaren Aussagen der „HOMÖOPATHIE“ – grundlegende Prinzipien der Toxikologie bzw. Pharmakologie vernachlässigen?

Hierzu ein Zitat aus dem “Lehrbuch der Toxikolgie" (Marquardt & Schäfer; S. 1223, 2. Auflage, 2004): »Es mag ein Dosisbereich existieren, in dem ein bestimmtes Agens eine giftige Wirkung entfaltet. Es gibt immer auch Expositionsbereiche eines Agens, die keine unerwünschten Wirkungen auslösen.«

Dieses bis heute nach bestem hiesigen Wissen unwiderlegte Grundprinzip widerspricht aber der Annahme, man könne irgendeine Substanz beliebig verdünnen (oder sogar „potenzieren“), und immer noch ERNSTHAFT irgendeine pharmakologische oder toxische Wirkung erwarten.

Der NACHWEIS des Gegenteils wäre in aller Form NOBELPREISWÜRDIG.

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg
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