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Kanadische Ärzte und Gesundheits­mitarbeiter rufen zu mehr Klimaschutz auf

Montag, 14. Oktober 2019

/picture alliance, Julian Stratenschulte

Toronto – Einen Appell für mehr Engagement gegen den weltweiten Klimawandel ha­ben 22 kanadische Gesundheitsorganisationen, die nach eigenen Angaben mehr als 300.000 Angehörige der Gesundheitsberufe vertreten, gestartet.

Die Organisationen unterzeichneten einen Aufruf, in dem sie alle politischen Parteien auf­fordern, den Klimawandel als Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu behandeln und Aktionspläne zu entwickeln, um Kanada mit den internationalen Emissionszielen in Einklang zu bringen.

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„Wir fordern alle politischen Parteien auf, bei den Wahlen 2019 Klimalösun­gen zur Prio­rität zu machen“, sagte Robin Edger, Geschäftsführer der Canadian Associa­tion of Physi­cians for the Environment (CAPE).

Daten zeigten, dass der Klimawandel die Gesundheit der Kanadier schädige, indem er die Luftverschmutzung erhöhe, durch Insekten übertragene Krankheiten wie die Lyme-Krank­heit verbreite und die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen, Waldbränden, Hurrika­nen, Überschwemmungen und Dürren erhöhe.

„Zu den Gesundheitsrisiken gehören vorzeitige Todesfälle, Krankenhauseinweisungen we­gen Herz- und Lungenerkrankungen, Hitzschlag, posttraumatische Belastungsstörungen, erhöhte Raten von Drogenmissbrauch sowie Verletzungen und Todesfälle durch extreme Wetterereignisse“, hieß es.

Laut CAPE reichen die kanadischen Klimaziele nicht aus. Außerdem genügten die derzei­tigen Maßnahmen noch nicht einmal, um diese selbst gesetzten Ziele zu erreichen, so die Kritik. „Wir müssen unsere Kapazitäten im Gesundheitswesen anpassen, um den wachsen­den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in Kanada zu begegnen“, warnte auch Sandy Buchman, Präsident der Canadian Medical Association. 

Die Gesundheitsorganisationen fordern alle Parteien in Kanada auf, sich zumindest auf drei Punkte festzulegen. Die Entwicklung effektiver und evidenzbasierter Klimaschutz-Aktionspläne, die zeigen, wie Kanada die Emissionsreduktionen erreichen kann, die erforderlich sind.

Den Aufbau und die Finanzierung von Programme, um Landwirte, Arbeitnehmer mit fossilen Brennstoffen und ihre Gemeinden zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu führen. Die Bereitstellung der erforderlichen Mittel, um sicherzustellen, dass Gesundheitseinrichtungen auf den sich abzeichnenden Klimawandel vorbereitet sind.

Laut dem College of Family Physicians of Canada sehen Ärzte bereits jetzt die gesund­heitlichen Auswirkungen des Klimawandels bei ihren Patienten. „Hausärzte sind sich der Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit bewusst. Wir müssen diese Krise unserer Zeit gemeinsam angehen“, sagte Francine Lemire, Geschäftsführerin des College of Family Physicians of Canada. © hil/aerzteblatt.de

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