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Ausland

WHO besorgt über humanitäre Situation im Nordosten Syriens

Montag, 14. Oktober 2019

picture alliance, Emrah Gurel, AP

Kairo – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich besorgt über die huma­ni­täre Lage im Nordosten Syriens nach dem Beginn der türkischen Offensive gegen die Kurden­miliz YPG gezeigt. Bei den Kämpfen wurden offenbar auch Krankenhäuser und Gesund­heitseinrichtungen angegriffen.

In Nordsyrien seien seit dem 9. Oktober bis zu 200.000 Menschen ver­trieben worden und fast 1,5 Millionen Menschen auf Gesundheitshilfe angewiesen, teilte die WHO mit. Viele Betroffene hätten bereits durch jahrelange Konflikte und wiederholte Vertreibungen im­men­sen körperlichen und geistigen Stress erfahren.

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Laut WHO gibt es für viele Menschen nur einen begrenzten Zugang zur Gesundheitsver­sor­gung. Die bereits geschwächten Gesundheitsdienste im Nordosten Syriens seien von den jüngsten Sicherheitsentwicklungen stark betroffen, hieß es.

So könnten das nationale Krankenhaus in Ras Al-Ain sowie das nationale Krankenhaus und zwei Gesundheitszentren in Tel Abyad derzeit keine Patienten versorgen. Ebenso hätten Ärzte und Pflegekräfte durch die Kämpfe die drei Feldkrankenhäuser im Lager Al-Hol nicht erreichen können. Der Betrieb sei eingeschränkt.

Die WHO beklagt auch Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen. So sei am 12. Oktober ein Traumastabilisierungspunkt südlich von Ras Al Ain evakuiert worden, nachdem dieser „angeblich angegriffen worden war“, schreibt die WHO. Es habe zwei Verletzte und zwei zerstörten Krankenwagen gegeben. Am selben Tag sei das Krankenhaus in Ras Al-Ain angegriffen worden, das aber bereits evakuiert gewesen sei.

Aufgrund der Schäden an der Pumpstation in Ras Al Ain, der Hauptwasserquelle für den größten Teil des Gouvernements von Al Hassakeh, hat sich aus Sicht der WHO das Risiko für den Ausbruch von Infektionskrankheiten erhöht.

Schon vor der aktuellen Eskalation des Konflikts seien im August 2019 in Nordostsyrien akute Diarrhö und Typhus zwei der am häufigsten gemeldeten Krankheiten bei den Men­schen gewesen, so die WHO. Anhaltende Vertreibungen, überfüllte Fluchtpunkte und der begrenzte Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen würden „wahr­schein­­lich zu einem Anstieg der Zahl der von wasserübertragenen Krankheiten betroffenen Menschen führen“.

Wie die WHO weiter mitteilte treffe man Vorbereitungen, um die Menschen vor Ort medi­zi­nisch zu versorgen. Auch seien Impfstoffe, Traumamittel für Betroffene oder Medika­mente gegen Durchfallerkrankungen in die Region geschafft worden. Weitere Hilfsmittel sollen in der kommenden Woche folgen. Die WHO kündigte zudem an, die Kliniken vor Ort zu unterstützen.

Die WHO rief alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten. Zivilis­ten, Gesundheitspersonal und Patienten, sowie Gesundheitseinrichtungen müssten ge­schützt werden. © may/EB/aerzteblatt.de

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