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Ausland

Ausschreitungen in Migrantenlager auf Samos

Dienstag, 15. Oktober 2019

/picture alliance, Michael Svarnias, AP

Athen/Lesbos – Im völlig überfüllten Migrantenlager der griechischen Insel Samos hat es am gestern Abend nach einem Streit zwischen Syrern und Afghanen schwere Krawalle ge­­geben. Nach einer Messerstecherei kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei. Es bra­chen Feuer im und um das Lager aus.

Mindestens drei Menschen sind nach Angaben des zuständigen Migrationssekretärs Ma­nos Logothetis durch Messerstiche verletzt worden. Weitere acht Menschen seien mit Atem­beschwerden ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. „Die Lage hat sich heute Morgen beruhigt“, sagte Logothetis dem griechischen Nachrichtensender Real.

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Die Ausschreitungen begannen nach einem Streit zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan in Vathy, der Hauptortschaft von Samos. Danach kam es im und um das Lager, das an einem Hang über Vathy liegt, zu neuen Schlägereien.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Krawalle zu beenden. Die Feuerwehr konnte am frühen Morgen alle Brände löschen. Nach ersten Erkenntnissen der Behörde seien mehre­re provisorische Unterkünfte um das Lager zerstört worden. Eine detaillierte Kontrolle sollte in den nächsten Stunden stattfinden, hieß es aus Kreisen der Feuerwehr.

Hunderte Migranten – darunter zahlreiche Kinder und Frauen – verbrachten nach Anga­ben des Bürgermeisters Giorgos Stantzos die Nacht in der Hauptortschaft der Insel Vathy. Sie waren gestern Abend aus Sicherheitsgründen aus dem Registrierlager in die kleine Ortschaft gebracht worden.

Im Registrierlager von Vathy mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen harren zur­zeit mehr als 5.700 Migranten aus. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos sind restlos überfüllt. Vor zwei Wochen war bei Ausschreitungen in einem Lager auf der Insel Lesbos eine Frau ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mehr Migranten (38.000) aus der Türkei zu den griechischen Inseln gekommen als im gesamten Vorjahr (32.494). © dpa/aerzteblatt.de

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