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Ärzteschaft

Digitalisierung nur, wo sie Praxen entlastet

Dienstag, 15. Oktober 2019

/sudok1, stockadobecom

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) tritt für eine sachbezogene Hal­tung gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen ein. „Wir unterstützen die Di­gitali­sie­rung im Gesundheitswesen. Sie ist aber kein Selbstzweck“, sagte der stellver­tre­tende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister anlässlich der morgigen An­hörung vor dem Gesund­heitsausschuss des Bundestages zum „Digitale-Versorgung-Gesetz“ (DVG). Im Mittel­punkt müsse die Frage stehen, wie die Digitalisierung die Versorgung im Land verbessern könne.

Hofmeister betonte, die Digitalisierung müsse die Arbeit von Ärzten und Psychotherapeu­ten erleichtern und dürfe keine finanziellen Belastungen für die Praxen mit sich bringen. Zudem sollten KBV und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) die Möglichkeit erhalten, eine elektronisch gestützte arztgeführte Kommunikationslösung bereitzustellen.

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„Das ist eine für uns wichtige Forderung. Denn eine unbürokratische innerärztliche Kommunikat­ion ist essenziell für eine gute Versorgung der Patienten. Die Grundlage dafür bilden si­chere und arztgeführte digitale Anwendungen sowie Dienste“, so der KBV-Vize.

Der vorliegende Gesetzentwurf schaffe „Experimentierräume“ für digitale Anwendungen. „Diese Option für Innovationen sollte auch für die KVen und die KBV möglich gemacht werden. Es wäre eine vertane Chance, wenn nur diejenigen tätig werden dürfen, die gar nicht in die Behandlung der Patienten eingebunden sind“, sagte Hofmeister.

Er kritisierte, künftig sollten laut Gesetzentwurf Krankenkassen ihren Versicherten digi­tale Versorgungsangebote machen können – etwa in Form von Apps – ohne die behan­delnden Ärzte einzubeziehen. Dieselbe Linie hatte auch der 78. Bayerische Ärztetag am Wochenende vertreten.

„Auch digitale Angebote müssen aber in ein therapeuti­sches Gesamt­konzept integriert sein. Dieses Know-how haben wir und wollen es auch einbringen. Man muss uns nur lassen“, betonte Hofmeister weiter.

Die KV Brandenburg warb heute ebenfalls für eine aktive Beteiligung der Ärzte an digita­len Medi­zinprojekten. „Die Digitalisierung der Medizin darf nicht Großkonzernen, Kran­kenkassen oder Politiker überlassen werden“, sagte KV-Vorstand Holger Rostek im Vorfeld der Anhörung. © hil/aerzteblatt.de

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