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Spardruck auf Kinderkliniken gefährdet Versorgung

Dienstag, 15. Oktober 2019

/pingpao, stockadobecom

Köln – Vor Lücken in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen wegen des Spar­drucks, der auf Kinderkliniken lastet, hat der Berufsverband der Kinder- und Jugend­ärzte (BVKJ) gewarnt. „In der kommenden Infektsaison werden vielerorts schwerkranke Kinder und Jugendliche kein Krankenhausbett bekommen“, erklärte der Präsident des Berufsver­ban­des, Thomas Fischbach.

Der BVKJ weist daraufhin, dass in Deutschland seit mehr als fünf Jahren wieder mehr Kinder geboren würden. Vor allem in den großen Städten stiegen die Geburtenraten. Gleichzeitig bluteten bestehende Kinderkliniken finanziell aus oder würden sogar ge­schlossen, so die Kritik.

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„Es kommt heute schon vielfach vor, dass uns Kinderkliniken schwerkranke Kinder und Jugendliche, die wir ambulant nicht mehr versorgen können, nicht mehr abnehmen. Jetzt naht wieder die Infektsaison. Kinder und Jugendliche mit schweren Atemwegsinfek­ten, die eine Intensivbehandlung brauchen, die etwa künstlich beatmet werden müssen, wer­den teilweise dann kein Krankenhausbett in Wohnortnähe finden“, befürchtet Fischbach.

Der Berufsverband verweist auf eine Analyse zur Versorgung in Kinderkliniken, die Mitte September im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist. Darin stellen Wissenschaftler um Christiane Woopen von der Uniklinik Köln Teilergebnisse einer empirischen Erhebung zum Thema Öko­nomi­sierung in der Pädiatrie vor.

Dazu haben die Forscher in qualitativen, leitfadengestützten Einzel- und Gruppeninter­views 50 Beschäftigte in Kinderkliniken sowie Fachabteilungen für Kinder- und Jugend­medizin und Kinderchirurgie in ganz Deutschland befragt.

„Die Unterfinanzierung der Pädiatrie habe dazu geführt, dass die Versorgung kranker Kin­der nicht mehr umfassend gewährleistet sei. Neben einem Abbau pädiatrischer Versor­gungseinrichtungen und -kapazitäten mangele es an personellen und sachlichen Ressour­cen“, fassen die Autoren der Studie ihre Ergebnisse zusammen.

„In den nächsten fünf Jahren werden rund ein Viertel aller Kinder- und Jugendärzte in den Ruhestand gehen, der derzeitige Babyboom hält voraussichtlich und erfreulicherweise dank Elterngeld, besserer Betreuungsmöglichkeiten und allgemein wachsender Kinder­freund­lichkeit der Gesellschaft weiter an. Wir brauchen also deutlich mehr Kinder- und Jugend­ärzte als heute“, so Fischbach. Diese Kinder- und Jugendärzte müssten umfassend und gründlich ausgebildet werden, damit möglichst viele und auch chronisch kranke Kinder ambulant medizinisch umfassend versorgt würden.

„Je größer der Spardruck, desto schlechter auch die Ausbildung junger Mediziner, desto weniger Kinder- und Jugendärzte können ausgebildet werden und sich in Praxen nieder­lassen, desto schwerer finden Patienten einen Kinder- und Jugendarzt in ihrer Nähe“, warnt der Berufsverband vor einer Abwärtsspirale. © hil/aerzteblatt.de

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