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Politik

100.000 Kinder auf Typ-1-Diabetes in Bayern untersucht

Dienstag, 15. Oktober 2019

/rkris, stock.adobe.com

München – An der bayernweiten „Fr1da“-Studie zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes haben 100.000 Kinder teilgenommen. Das teilte heute das Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Bayern mit. Die Studie wird dem Institut für Diabetes­for­schung des Helmholtz Zentrums München zufolge fortgesetzt und unter dem Namen „Fr1da-plus“ auf eine zusätzliche Altersgruppe erweitert: Neben zwei bis fünf Jahre alten Kindern können ab sofort auch Neun- und Zehnjährige teilnehmen.

„Bei zahlreichen Kindern konnte ein sehr frühes Stadium des Typ-1-Diabetes diagnosti­ziert werden. Das ist ein sehr großer Erfolg“, sagte die Schirmherrin der Studie, Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU). Sie freue sich, dass die Studie ausgeweitet werde.

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Die Ministerin unterstrich: „Es ist wichtig, diese Zuckerkrankheit möglichst frühzeitig zu erkennen. Denn eine rechtzeitige Behandlung ermöglicht es, der späteren Entwicklung schwerwiegender Folgeerkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Schädigung der Niere vorzubeugen. Mit Hilfe von ‚Fr1da’ konnten bereits zahlreiche Kinder vor dem Risiko einer lebensbedrohlichen Stoffwechselkrise bewahrt werden.“

Die Studie „Fr1da“ läuft in Bayern seit Januar 2015. „Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht“, sagte Matthias Tschöp, Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München.

Im Rahmen der Studie können Eltern in Bayern ihre Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren – und nun auch im Alter von neun oder zehn Jahren – entweder im Rahmen der Kin­der-Vorsorgeuntersuchungen (U7, U7a, U8, U9) oder auch bei jedem anderen Kin­derarzt­be­such kostenlos auf ein Frühstadium des Diabetes Typ 1 testen lassen. Hierfür werden dem Kind einige Blutstropfen aus dem Finger entnommen.

„Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer gefährlichen Stoffwechselentglei­sung (Ketoazidose) ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome uner­kannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudie ermöglicht die rechtzeitige Sensibilisie­rung und Schulung der Eltern und kann dadurch dazu beitragen, diesen teils lebensbe­droh­lichen Zustand zu vermeiden“, betonte Tschöp.

Kinder, bei denen in der „Fr1da“-Studie ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wird, erhalten einen individuellen Vorsorgeplan. Die betroffenen Familien wurden per­sön­lich informiert, geschult und beraten.

158 Familien haben bislang zusätzlich die Möglichkeit genutzt, an der Präventionsstudie „Fr1da-Insulin-Intervention“ teilzunehmen. Darin versuchen Ärzte und Wissenschaftler, durch die orale Einnahme von Insulin das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen.

„Unser Ziel ist es, das Fortschreiten der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes durch die Behandlung mit oralem Insulin zu verzögern oder zu verhindern“, erklärte Anette-Ga­briele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München.

Der Augsburger Kinder- und Jugendarzt Martin Lang, Landesvorsitzender des Berufsver­bands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern und Vorstandsmitglied von PaedNetz Bayern bestätigt: „Die Nachfrage zeigt uns, dass die Familien ein starkes Interesse daran haben, ihre Kinder auf ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes untersuchen zu lassen. Darum unterstüt­zen ich und etwa die Hälfte aller bayerischen Kinderärzte die Früher­kennung dieser chro­nischen Erkrankung. Wir sind froh, dass die Möglichkeit der frühen Diagnose mit ‚Fr1da-plus’ weiterhin gesichert ist.“ © hil/aerzteblatt.de

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