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Politik

Frühere Bundesgesund­heitsministerin Anke Fuchs gestorben

Dienstag, 15. Oktober 2019

Anke Fuchs zusammen mit Willy Brandt (r.) und Helmut Schmidt (l.) beim SPD-Wahlparteitag am 09.06.1980 in Essen, /picture alliance/dpa

Wilhelmshaven – Die ehemalige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Anke Fuchs ist tot. Die SPD-Politikerin starb gestern nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Wilhelms­haven, wie aus dem SPD-Parteivorstand zu erfahren war.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) würdigte seine ehemalige Präsidentin als engagierte Kämpferin für eine sozial gerechte Wohnungs- und Mietenpolitik. Die SPD-nahe Fried­rich-Ebert-Stiftung erinnerte ebenfalls an die Verdienste ihrer Ehrenvorsitzenden, die über Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung genossen habe.

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Den Sozialdemokraten hatte sich die Hamburgerin bereits vor dem Abitur 1956 ange­schlossen. Nach einer Laufbahn als Referentin für Arbeitsrecht und Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei der IG Metall arbeitete Fuchs von 1977 an als Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium.

Den Aufstieg zur Ministerin schaffte die zweifache Mutter 1982. Bundeskanzler Helmut Schmidt berief sie im April in das Ressort für Jugend, Familie und Gesundheit. Ihre Amts­zeit währte jedoch nur wenige Monate, denn im Oktober 1982 brach die sozialliberale Koalition auseinander.

Wenig Glück bei Spitzenposten

Danach hatte Fuchs zunächst wenig politisches Glück. Mehrere Anläufe auf Spitzenämter scheiterten: Die niedersächsische SPD bot ihr 1993 die Spitzenkandidatur für die Land­tagswahl an – aber Fuchs lehnte ab, da sich ein deutlicher Vorsprung für Gerhard Schrö­der abzeichnete.

1990 trat sie bei der Landtagswahl in Sachsen gegen Kurt Biedenkopf (CDU) an, dessen Partei sich letztlich mit der absoluten Mehrheit durchsetzte. Von 1998 bis 2002 war Fuchs Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, von 2003 bis 2010 stand sie an der Spitze der Friedrich-Ebert-Stiftung.

„Mit Anke Fuchs verlieren wir eine engagierte Sozialpolitikerin. Sie hat sich immer mit deutlicher Stimme stark gemacht auch für die Belange der Menschen, die es nicht so leicht haben im Leben“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU).

Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey betonte, mit Anke Fuchs verliere man eine starke Frau und Sozialdemokratin, die sich in ihrer politischen Arbeit mit viel Kraft und Engagement für soziale Gerechtigkeit in Deutschland und vor allem für die Rechte von Frauen und berufstätigen Müttern eingesetzt habe.

„Anke Fuchs stand für den politischen Kampf für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und nahm sich dieses Themas zu einer Zeit an, als die Gesellschaft weit da­von entfernt war, Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu erreichen“, sagte sie. © dpa/aerzteblatt.de

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