NewsPolitikSpahn will Jugendliche vor Werbung für Schönheits-OPs schützen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Spahn will Jugendliche vor Werbung für Schönheits-OPs schützen

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/poplasen, stockadobecom

Berlin – Ein erweitertes Werbeverbot soll Jugendliche nach Plänen von Bundesgesund­heitsminister Jens Spahn stärker vor unnötigen Schönheitsoperationen bewahren. „Das Signal unserer Gesellschaft an junge Menschen muss sein: Du bist ok, genauso wie Du bist“, sagte der CDU-Politiker dem Tagesspiegel. Zu oft vermittle Werbung für Schönheits-OPs falsche Botschaften und setze Jugendliche unter Druck, ihr Aussehen durch operative Eingriffe zu verändern.

Konkret soll ein Verbot ausgedehnt werden, das Werbemaßnahmen für plastisch-chirurgi­sche Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit schon mit Blick auf Kinder unter 14 Jah­ren untersagt. Es soll künftig generell für Jugendliche gelten, also auch für junge Leute ab 14 Jahre. Dabei geht es um alle Werbemaßnahmen, die sich „ausschließlich oder über­wiegend an Jugendliche richten“ – auch in sozialen Medien.

Anzeige

Jeder operative Eingriff birgt Gefahren, heißt es zur Begründung in dem Antrag. Gerade Jugendliche, die „sehr empfänglich für Themen wie Schönheitsideal und Aussehen“ seien, sollten geschützt werden. Die Änderungen des Heilmittelwerbegesetzes sollen im Lauf der parlamentarischen Beratungen an ein anderes Gesetzesvorhaben angehängt werden – an die geplante Einführung einer Impfpflicht gegen Masern.

Zustimmung signalisierte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirugie (DGÄPC). „Als Fachgesellschaft würden wir ein Verbot der Werbung für ästhetisch-plas­tisch chirurgische Eingriffe gegenüber Jugendlichen und Kindern – wie es aktuell disku­tiert wird – zu 100 Prozent unterstützen“, sagte DGÄPC-Präsident Torsten Kantelhardt.

Solche chirurgischen Eingriffe, die medizinisch nicht notwendig sind, seien bei Kindern und Jugendlichen unbedingt zu vermeiden. „Wir sehen es kritisch, dass durch Werbung – insbesondere auf sozialen Medien – hier Begehrlichkeiten bei Nicht-Volljährigen geweckt werden“, erklärte Kantelhardt.

Schönheitschirurgen hatten bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Schönheitsopera­tionen bei jungen Leuten zusehends be­liebter werden – auch angesichts von Verlockun­gen aus dem Internet. In Zeiten von Social Media orientierten sich junge Menschen ver­mehrt an medialen Vorbildern aus dem Netz. Aufgrund eines Selfiebooms zeige sich als zunehmender Trend ein Anstieg bei Jugendli­chen und jungen Erwachsenen. © dpa/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. November 2019
Berlin – Immer mehr Frauen entscheiden sich für eine ästhetisch-plastische Behandlung oder einen entsprechenden Eingriff. Das zeigen aktuelle Daten der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische
Soziale Medien kurbeln Nachfrage nach Schönheitsoperationen an
22. Oktober 2019
Kassel – Kommt es durch eine Brustvergrößerung oder andere Schönheitsoperation zu Komplikationen, müssen Betroffene bei der nachfolgenden Behandlung weiterhin einen Eigenanteil bezahlen. Auch wenn
Eigenanteil bei Komplikation nach Brustvergrößerung bleibt
21. Oktober 2019
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hat sich hinter ein mögliches Werbeverbot für Schönheitsoperationen bei Jugendlichen gestellt. „Ohne medizinischen Grund gehören
Bundesärztekammer stellt sich hinter Werbeverbot für Schönheitsoperationen
17. Oktober 2019
Düsseldorf – Rein ästhetisch motivierte und nicht indizierte Schönheitsoperationen und Behandlungen bei Minderjährigen sollten zwingend an eine vorherige psychologische Aufklärung gebunden sein. Das
Schönheitsoperationen bei Jugendlichen an psychologische Aufklärung binden
13. September 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich hinter die Idee eines Social-Media-Kodex gestellt, wie sie vom Berufsverband der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven
Schönheits-OPs: Spahn für Social-Media-Kodex
30. August 2019
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hat einen Arztvorbehalt für Faltenunterspritzungen sowie eine Rezeptpflicht für Hyaluronsäurepräparate zur Injektion
Faltenbehandlungen: Risiken werden häufig unterschätzt
22. August 2019
Köln – Die Vor- und Nachteile der Nasoalveolar-Molding (NAM)-Methode zur Therapie einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKGS) bei Neugeborenen sind bisher unklar. Zu diesem Ergebnis kommt eine
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER