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Politik

DAK-Gesundheit für Umbau der Pflegeversicherung

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/andyller, stockadobecom

Berlin – 25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung hat die DAK-Gesundheit eine grundlegende Reform zur finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen gefordert. Im Rahmen des heute vorgestellten Pflegereports 2019 legte die Kasse ein Finanzkonzept vor, mit dem die Eigenanteile der Versicherten gedeckelt werden sollen. Dies soll unter anderem durch steigende Steuerzuschüsse refinanziert werden.

Dem Pflegereport zufolge liegt der Eigenanteil für die Versorgung im Pflegeheim derzeit im Durchschnitt bei monatlich 693 Euro. Ohne Reformen würde sich der Eigenanteil bis 2045 auf knapp 1.900 fast verdreifachen, warnten die Autoren des Reports. Immer mehr Menschen würden in die „Fürsorgefalle“ geraten.

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Dabei sind die regionalen Unterschiede teilweise gravierend. Lag der Eigenanteil in Thü­ringen im ersten Quartal 2019 bei 274 Euro, waren es in Baden-Württemberg 925 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten – damit müssen Pflegebedürftige im Durchschnitt derzeit insgesamt 1.874 Euro selbst be­zahlen.

Mit ihrem Finanzierungsmodell schlägt die DAK-Gesundheit zunächst unterschiedlich gedeckelte Ei­genanteile je Bundesland vor – im bundesweiten Durchschnitt soll der Sockelbetrag bei 450 Euro monatlich liegen. Die Eigenanteile sollen dann entsprechend der Lohnentwick­lung steigen und schrittweise bis 2045 vereinheitlicht werden.

Steuerzuschüsse könnten 2021 beginnen

Im Jahr 2021 könnte dem Report zufolge mit der schrittweisen Einführung eines Steuer­zuschusses in Höhe von zunächst einer Milliarde Euro begonnen werden. Bis zum Jahr 2025 soll der Zuschuss schrittweise auf fünf Milliarden Euro steigen, was dann zehn Pro­zent der Jahresausgaben in der Pflegeversicherung entspräche. Im Jahr 2045 sollen die Zuschüsse bis zu 25 Prozent der Leistungsausgaben abdecken.

„Aktuell verfehlt die Pflegeversicherung ihren Gründungsgedanken, die Menschen im Pflegefall vor einem Armutsrisiko zu bewahren und die Kosten der Pflege fair zwischen Beitragszahlern, Steuerzahlern und Pflegebedürftigen zu verteilen“, erklärte der Vor­stands­vorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Einer Umfrage der DAK-Gesundheit zufolge befürchten fast 80 Prozent der Versicherten, dass sie trotz Pflegeversicherung sämtliche Ersparnisse verlieren, wenn sie in eine Pfle­geeinrichtung einziehen müssen. Drei Viertel von ihnen befürworten Modelle, um Eigenteile für die Pflege im Heim zu begrenzen. © fos/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #669822
athoma
am Mittwoch, 16. Oktober 2019, 17:35

Höherer Beitrag: Wem dient`s eigentlich?

Haben die bisherigen Erhöhungen der Pflegeversicherungsbeiträge je zu einer Verbesserung der zu Pflegenden beigetragen?? NEIN!
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