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Medizin

Adipositas-Chirurgie senkt Fehlbildungsrisiko

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/muratolmez, stockadobecom

Stockholm – Ein Roux-en-Y-Magenbypass bewirkt nicht nur eine rasche Gewichtsab­nah­me. Bei Frauen sinkt im Fall einer späteren Schwangerschaft auch das Fehlbildungsrisiko für das Kind. Zu diesem Ergebnis kommt eine bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 322: 1515-1517).

Viele Ärzte sind sich nicht sicher, ob sie jungen Frauen nach einer bariatrischen Operati­on zu einer Schwangerschaft raten sollen. Die deutliche Gewichtsabnahme kann zwar den Glukosestoffwechsel verbessern und mit der Adipositas verschwindet häufig auch der Typ-2-Diabetes. Damit entfallen 2 teratogene Risikofaktoren.

Andererseits führt die Operation häufig zu einer gestörten Resorption von Eisen und Fol­säure, die die Patienten lebenslang substituieren müssen. Da der Bedarf in der Schwan­ger­schaft erhöht ist, könnte es zu Mangel­­­erscheinungen kommen, die im Fall der Fol­säu­re zu einer Spina bifida oder ande­ren Neuralrohrfehlbildungen führen kann.

Ob dies durch eine Folsäure-Substitution immer vermieden werden kann, ist unklar. Da sich randomisierte Studien aus ethischen Gründen verbieten, sind die Ärzte bei der Risi­koabwägung auf die Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen angewiesen.

Martin Neovius vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter haben die Daten von Kindern ausgewertet, die zwischen 2007 und 2014 in Schweden geboren wurden. Da­runter waren 2.921 Kinder von Müttern, die sich einer Roux-en-Y-Operation unterzo­gen hatten. Dabei wird die Resorptionsstrecke im Dünndarm auf ein Minimum verkürzt. Die Forscher ermittelten 30.753 Kinder von Frauen, die in etwa dasselbe Gewicht hatten wie die Frauen vor der Operation.

Nach der Magenbypass-Operation hatten die Frauen im Durchschnitt 40 kg an Gewicht verloren. Bei ihrer 1. Untersuchung zur Schwangerschaftsvorsorge wogen sie im Durch­schnitt noch 82 kg. Nur 1,5 % der Frauen nahmen noch Diabetesmedikamente ein gegen­über 9,7 % in der Kontrollgruppe.

Die Analyse des schwedischen Geburtsregisters ergab, dass die Geburtshelfer bei 3,4 % der Säuglinge von Müttern mit Magenbypass eine Fehlbildung diagnostiziert hatten. In der Vergleichsgruppe betrug die Häufigkeit 4,9 %. Dies ergibt eine Risk Ratio von 0,67, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,52 bis 0,87 signifikant war.

Die Risikodifferenz von 1,6 Prozentpunkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,6 bis 2,7 Prozentpunkten ebenfalls signifikant. Damit lässt sich feststellen, dass der Magenbypass der Mutter das Fehlbildungsrisiko des Kindes um etwa ein Drittel gesenkt hat.

Etwa 60 % der Fehlbildungen waren auf große Herzfehler zurückzuführen. Fälle von Neu­ral­rohrdefekten gab es bei den Kindern der operierten Mütter nicht. Vermutlich hatten die Ärzte hier für eine ausreichende Folsäureversorgung gesorgt. In der Vergleichsgruppe wurden 20 Kinder mit Neuralrohrdefekten (0,07 %) geboren. © rme/aerzteblatt.de

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