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Hessens Verbraucherschutz­ministerin räumt Unstimmigkeiten bei Wilke-Kontrolle ein

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/picture alliance, Uwe Zucchi

Wiesbaden/Korbach – Der für die Lebensmittelüberwachung beim Wursthersteller Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg soll das Land Hessen in einem Fall nur unzu­reichend über Mängel in dem Betrieb informiert haben. Das berichtete heute Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne).

Sie sprach von Unstimmigkeiten bei einer Kontrolle am 5. September. „Die Aufklärungs­arbeit steht jetzt im Fokus. Wir haben den Landkreis aufgefordert, bis 25. Oktober aus­führ­lich über noch offene Fragen zu berichten“, sagte die Ministerin heute vor dem Umweltausschuss in Wiesbaden.

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Eigentlich sollten an der Kontrolle neben dem Kreis das Regierungspräsidium Kassel und das Landeslabor Hessen teilnehmen. Doch nach derzeitiger Aktenlage sei die Kontrolle vom Landkreis vor dem verabredeten Zeitpunkt und vor dem Eintreffen der Vertreter des Regierungspräsidiums und des Landeslabors durchgeführt worden.

Stattdessen habe es nur eine gemeinsame Besprechung an diesem Tag gegeben. „Über die bei der Kontrolle vorgefundenen Mängel berichtete der Landkreis dem Regierungs­präsidium in der Besprechung nach bisherigem Kenntnisstand unzureichend“, erklärte dazu das Umweltministerium.

In der Wurst des Herstellers Wilke in Twistetal-Berndorf waren wiederholt Listerienkeime nachgewiesen worden. Drei Todesfälle und Dutzende Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Behörden hatten den Betrieb vor zwei Wochen ge­schlossen. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft den Behörden vor, zu spät reagiert zu ha­ben. Deshalb wird über den Zeitpunkt gestritten, ab wann sie über die Zustände bei Wilke im Bild waren.

Der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat (SPD), erklärte, man arbei­te mit Hochdruck an einem Bericht zum Fall Wilke. Nach den bisherigen Feststellungen hätten die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung „in einer sehr komplexen, kompli­zierten und durch die juristischen Rahmenbedingungen nicht einfachen Lage nach bes­tem Wissen und Gewissen gehandelt und einen guten Job gemacht“. © dpa/aerzteblatt.de

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