NewsÄrzteschaftAchtung des Patientenwillens hört nicht beim Sterbefasten auf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Achtung des Patientenwillens hört nicht beim Sterbefasten auf

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/patcharaporn1984, stock.adobe.com

Berlin – Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) am Lebensende, auch als „Sterbefasten“ bezeichnet, ist der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zu­folge nicht als Suizid zu werten.

„Wenn ein schwerstkranker Mensch aus freiem Entschluss nicht mehr essen und trinken will, um sein Sterben zu beschleunigen, dann ist das zu respektieren“, sagte der DGP-Präsident Lukas Radbruch. Die medizinische Begleitung des FVET sei daher auch keine strafbare Handlung.

Anzeige

In den Berufsordnungen der Lan­des­ärz­te­kam­mern heißt es bekanntlich, dass Suizidbei­hilfe keine ärztliche Aufgabe ist. Sie sollen stattdessen Leben erhalten sowie Sterbenden Bei­stand und Hilfe beim Sterben geben, aber nicht zum Sterben.

Es sei aber keine strafbare Handlung, die selbstbestimmte Entscheidung eines unerträg­lich leidenden Palliativpatienten medizinisch zu begleiten, heißt es in einem aktuellen Posi­tions­papier der DGP gemeinsam mit weiteren Experten. Vielmehr würde es den Straf­tat­bestand der Körperverletzung erfüllen, einen Menschen gegen seinen Willen zu ernäh­ren.

Aber die Begleitung eines Sterbefastenden könne „komplexe und herausfordernde Prob­leme im Umgang mit dem schwerstkranken Menschen, seinen Angehörigen oder auch dem Team der Hospiz- und Palliativversorgung zur Folge haben“ erläutert der DGP-Vize­präsident Bernd-Oliver Maier.

Grund sei, dass die Entscheidung für die unmittelbar Beteiligten oft sehr schwer auszu­halten sei, so Maier. Daher sei es wichtig, neben dem Betroffenen auch die Angehörigen und das Behandlungsteam umfassend zu unterstützen. Fallkonferenzen oder ethische Fallbe­sprechungen können bei Unsicherheiten im Team sinnvoll sein.

Wesentlich sei zudem, auf Anfrage Informationen zum FVET, zum zeitlichen Verlauf, zu möglichen Folgesymptomen, Komplikationen und deren Behandlungsoptionen zur Verfü­gung zu stellen – allerdings ohne Einfluss auf die Entscheidung nehmen zu wollen, wel­che ausschließlich der Patient treffe. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #115249
Take Hülsebus
am Mittwoch, 11. Dezember 2019, 23:12

Warum kann ich Befragungen nicht verhindern?

Leider erhalte ich ungefragt und gegen meinen Willen Befragungen durch das DÄ Blatt.
Ich suche nach einer Möglichkeit, dies zu verhi dern, weil ich mich mit unerwünschten Inhalten konfrontiert sehe. Es sollte zumindest einer eventuellen Befragung aktiv zugestimmt werden müssen, bevor ich mich mit Inhalten auseinandersetzen muss.
Von der Redaktion gab es leider keine Reaktion auf eine Email.
Ich finde, daß es des Deutschen Ärztblattes unwürdig ist, mit solchen unseriösen Methoden zu arbeiten.
Dr. Take Hülsebus, Palliativmediziner
LNS

Nachrichten zum Thema

11. September 2020
Wiesbaden – Keine einfachen Lösungen bei der erneuten Debatte um die Sterbehilfe in diesem Herbst erwartet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Kontroversen am Lebensende“ ist daher
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin erwartet kontroverse Debatte um die Suizidbeihilfe
10. September 2020
Berlin – Auf die besondere Bedeutung der Suizidprävention in Krisenzeiten weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. Die seit
Fachgesellschaft fordert umfassende Public-Health-Strategie zur Suizidprävention
9. September 2020
Frankfurt – In Deutschland nehmen sich jedes Jahr rund 10.000 Menschen das Leben. Darauf weisen die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikum Frankfurt und das
Längere Laufzeit für Präventionsprojekt zu Suiziden und Suizidversuchen gefordert
9. September 2020
Bonn/Berlin – Die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland weiter auszubauen fordert die Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Trotz der durchaus erfolgreichen Entwicklung der Palliativmedizin in
Krebshilfe fordert Ausbau der Palliativmedizin
7. September 2020
Berlin – Apotheken soll es künftig erlaubt sein, auch parenteral hergestellte opioidhaltige Betäubungsmittel an andere Apotheken abzugeben. So sollen Engpässe in der Versorgung von Palliativpatienten
Regierung will Engpässen bei ambulanter Palliativversorgung entgegenwirken
25. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Suizidbeihilfe, das Ende Februar das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch) für
Sterbehilfe: Anpassung des ärztlichen Berufsrechts angemahnt
19. August 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) hält eine zügige neue strafrechtliche Regelung der Suzidbeihilfe nicht für „sinnvoll“ und plädiert für eine Regelung im Bürgerlichen
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER