NewsVermischtesNeue Empfehlungen zur Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Neue Empfehlungen zur Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen

Donnerstag, 17. Oktober 2019

/Drobot Dean, stock.adobe.com

Heidelberg – Krebspatienten können vor, während und nach einer onkologischen Behan­dlung von einer gezielten Bewegungstherapie profitieren. Ein internationales Konsortium unter Beteiligung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hat jetzt die verfügbaren Daten zur Wirksamkeit von Sport und Bewegung bei Krebs ausge­wertet und Empfehlungen für Ärzte und Betroffene veröffentlicht.

„Trotz dieser positiven Erkenntnisse sind Bewegungsangebote für Krebspatienten in der Nachsorge noch längst nicht überall in Deutschland vorhanden und auch in den Leit­li­nien zur Nachsorge einzelner Krebsarten nur unzureichend verankert“, berichtet Joachim Wiskemann, Sportwissenschaftler und Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am NCT Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg.

Anzeige

Internationale Experten trafen sich daher im vergangenen Jahr in den USA zum „Inter­national Multidisciplinary Roundtable on Exercise and Cancer Prevention and Control“, organisiert vom American College of Sports Medicine (ACSM).

Während der zweitägigen Veranstaltung ging es darum, die Bewegungsempfehlungen für Krebsüberlebende basie­rend auf jüngsten Forschungsergebnissen zu überarbeiten. Als Vertreter für Deutschland war Wiskemann Teil der Expertenkommission. Die gewonnenen Ergebnisse sind jetzt erschienen.

Die Kommission kommt zunächst zu dem Schluss, dass körperliches Training und körper­liche Tests für Krebsüberlebende sicher sind und dass jeder Betroffene Inaktivität ver­meiden sollte.

Darüber hinaus erstellten die Wissenschaftler und Ärzte eine Liste von krebsbezogenen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Angstzuständen, depressiven Symptomen, Müdig­keit, körperlicher Leistungsfähigkeit, Lymphödemen und Lebensqua­lität, bei denen Be­wegung mit hoher klinischer Relevanz einen therapeutischen Nutzen für den Patienten darstellt.

Dabei geben sie klare Empfehlungen für einzelne Krebsarten und die Bewegungsinter­vention differenziert nach Ausdauer- und/ oder Krafttraining, der Intensität, Dauer und Frequenz der Trainingseinheiten.

Die neuen Empfehlungen richten sich an Patienten und alle, die in die Betreuung von onkologischen Patienten eingebunden sind. Ein besonderer Fokus liegt auf bewegungs­therapeutischen Berufsgruppen sowie Fitness- und Gesundheitsexperten.

Wiskemann kündigte an, sich gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Gesundheits­sport und Sporttherapie (DVGS) dafür einzusetzen, die Versorgung von Krebspatienten durch flächendeckende Bewegungsangebote in der Nachsorge zu verbessern. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2019
Dresden – Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Sachsen fürchten sich laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit vor einer Krebserkrankung. „Er ist für die Menschen im Freistaat unter allen Krankheiten
Sachsen: Krebs am meisten gefürchtet
14. November 2019
Berlin – Onkologische Patienten suchen häufig über Jahre viele verschiedene Ärzte und Krankenhäuser auf. Doch da es im deutschen Gesundheitswesen keine durchgehende und transparente Dokumentation der
Onkologische Patienten brauchen Transparenz und einen Lotsen
14. November 2019
Leeds und Heidelberg – Eine Vorsorgekoloskopie kann durch die Entfernung verdächtiger Adenome über viele Jahre vor Darmkrebs schützen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Darmspiegelung gelingt.
Darmkrebs: Vorsorgekoloskopie im Zehn-Jahres-Intervall ausreichend, wenn die Qualität stimmt
13. November 2019
Hannover – Im Kreis Rotenburg (Wümme) besteht für die Anwohner von Erdgasförderanlagen nach einer aktuellen Untersuchung keine Gefahr einer erhöhten Benzol- und Quecksilberbelastung. Das teilte das
Studie sieht keine Benzol- und Quecksilberbelastung aus Erdgasförderung
28. Oktober 2019
Ulm – Ob Methadon als Wirkverstärker einer Chemotherapie bei Krebs helfen kann, wurde in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Zum ersten Mal soll jetzt eine prospektive klinische Studie
Erste klinische Multicenterstudie zu Methadon in der Krebstherapie startet 2020
25. Oktober 2019
Rotterdam und Utrecht – Die Behandlung von fortgeschrittenen Krebserkrankungen könnte in Zukunft mit einer Genom-Sequenzierung der malignen Zellen beginnen, deren Ergebnis dann zur Auswahl eines
Genomanalyse von Metastasen kann effektive Therapie anzeigen
24. Oktober 2019
Leipzig – Die Gewebeinvasion von Krebszellen und damit die Tumorausbreitung lassen sich anhand der entwicklungsbiologischen Abstammung der Gewebe vorhersagen. Das berichten Physiker und Mediziner der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER