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LÄK Hessen: Digitalisierung kein Ersatz für fehlende Ärzte

Donnerstag, 17. Oktober 2019

/megaflopp, stockadobecom

Frankfurt – Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann dabei helfen, die Gesundheit der Menschen zu stärken, die Krankenversorgung zu verbessern und das medizinische Fachpersonal zu entlasten. Das hat der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen, Edgar Pinkowski, betont.

„Man darf von der Digitalisierung allerdings keine Wunder erwarten, denn sie ist Hilfs­mittel und kein Ersatz für fehlende Ärzte“, relativierte der Ärztekammer­präsident bei ei­nem Pressegespräch eine von Politikern und der Industrie geschürte Vor­stellung von einer „digitalen Revolution“.

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Er warnte, nach wie vor sei das Problem des Datenschutzes nicht befriedigend gelöst. Auch werde eine Künstliche Intelligenz (KI) nie menschliche Empathie ersetzen können. „Aber wenn die Digitalisierung dazu führt, dass Ärzte mehr Zeit für die Patienten haben, ist KI ein nützliches Instrument“, so Pinkowski. „Ärzte sind keine Digitalverhinderer oder -bremser“, betonte er.

Für einen nüchternen Umgang mit der Digitalisierung tritt auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein. „Wir unterstützen die Di­gitali­sie­rung im Gesundheitswesen. Sie ist aber kein Selbstzweck“, sagte der stellver­tre­tende KBV-Vorstandsvorsitzende Ste­phan Hofmeister im Vorfeld einer An­hörung vor dem Gesund­heitsausschuss des Bundes­tages zum „Digitale-Versorgung-Gesetz“ (DVG).

Er betonte, die Digitalisierung müsse die Arbeit von Ärzten und Psychotherapeu­ten er­leich­tern und dürfe keine finan­ziellen Belastungen für die Praxen mit sich bringen. Zu­dem sollten KBV und Kassen­ärztliche Vereinigungen (KVen) bei den künftigen digitalen Versorgungsangeboten eng eingebunden sein, forderte er.

Laut der Ärztekammer Hessen fehlen allerdings gerade in Flächenländern in Deutschland entscheidende Voraussetzungen für digitale Anwendungen: Noch immer gebe es keinen flächendeckenden Zugang zu mobilem W-Lan und keine lückenlose Mobilfunkverbindung – Deutschland sei in diesem Bereich im internationalen Vergleich ein Entwicklungsland, so Pinkowski.

Thomas Friedl vom Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health Hessen und der Technischen Hochschule Mittelhessen prangerte auf der Veranstaltung ebenfalls die Verbindungsprobleme an. Eine stabile und sichere Datenübertragung aus dem Einsatz­wagen an ein Krankenhaus sei kaum möglich, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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