NewsVermischtesCaritas gegen Anwerbung von Pflegefachkräften im Ausland
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Caritas gegen Anwerbung von Pflegefachkräften im Ausland

Freitag, 18. Oktober 2019

/dpa

Bamberg – Der Deutsche Caritasverband sieht die Anwerbung von Pflegekräften im Aus­land kritisch. Als international tätiger Verband wolle die Caritas nicht „spätkolonialisti­sche Attitüden“ an den Tag legen nach dem Motto „Hauptsache, wir in Deutschland sind versorgt“, sagte Caritaspräsident Peter Neher gestern in Bamberg.

Dabei wies er darauf hin, dass inzwischen besonders in Osteuropa selbst Fachkräfte fehl­ten. Stattdessen müssten Bedingungen geschaffen werden, die es Menschen ermöglich­ten, länger im Pflegeberuf zu bleiben oder wieder dorthin zurückzukehren. Neher äußerte sich bei der Delegiertenversammlung seines Verbands.

Anzeige

Bei der Reform der Pflegeversicherung spricht sich der katholische Wohlfahrtsverband weiterhin für eine Teilkaskolösung aus. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sollten im Grundsatz weiterhin von den Pflegebedürftigen getragen, ihr Eigenanteil aber auf ei­nen festen Betrag begrenzt werden. Die Behandlungskosten müssten voll von der Versi­cherung abgedeckt sein. „Es darf nicht sein, dass Pflegebedürftige aus finanziellen Gründen schlecht versorgt sind“, sagte der Caritaspräsident.

Beim Klimaschutz mahnte Neher, Geringverdiener und arme Menschen nicht über Gebühr zu belasten. Es könne nicht sein, dass Wohngeldbezieher zu einem Umzug gezwungen seien, wenn sie nach einer energetischen Sanierung ihre Miete nicht mehr zahlen könnten.

Armen Menschen helfe auch kein höherer Zuschuss für Elektroautos. „Das sind geldwerte Vorteile für Besserverdienende“, kritisierte der Prälat. Für Sozialhilfeempfänger sollte zum Ausgleich höherer Energiepreise der öffentliche Nahverkehr kostenlos sein. „Das ist in den Kosten für das Klimapaket einzukalkulieren“, fügte Neher hinzu.

Auch bei der Digitalisierung müsse auf soziale Teilhabe geachtet werden, so der Caritas­präsident. Niemand dürfe ins „digitale Abseits“ gedrängt werden. Deshalb müsse die Breit­bandversorgung zügig ausgebaut und den Menschen der Umgang mit digitalen An­geboten durch Bildung vermittelt werden, etwa wenn künftig mehr Verwaltungsvorgänge online erledigt werden könnten. Die Caritas selbst arbeite derzeit an einer crossmedialen, datensicheren und bundesweiten Beratungsplattform. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. August 2020
Berlin – Wegen der Coronakrise ist die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte ins Stocken geraten. Im Sommer vor einem Jahr hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) entsprechende Initiativen im
Anwerbung ausländischer Pflegekräfte stockt
26. März 2020
Berlin – Osteuropäische Betreuungskräfte, die Pflegebedürftige in Deutschland in ihrem Zuhause versorgen, dürfen weiterhin nach Deutschland einreisen. Das erklärte das Bundesinnenministerium gestern
Osteuropäische Betreuungskräfte dürfen die Grenze passieren
25. März 2020
Berlin − Der Wegfall osteuropäischer Pflegekräfte in der Coronakrise führt nach Angaben von Verbänden zu dramatischen Engpässen in der häuslichen Pflege. „Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen
Massive Engpässe bei häuslicher Pflege wegen Ausfalls osteuropäischer Helfer
9. März 2020
Berlin – Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, fordert von der Politik ein deutliches Signal zur Zukunft der Pflege. Die Abwerbung ausländischer Pflegekräfte löse das Problem des
Pflegerat will deutliches Signal zur Zukunft der Pflege
2. März 2020
Wiesbaden – In der Gesundheits- und Krankenpflege werden mehr Fachkräfte aus dem Ausland anerkannt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 2018 die Berufsabschlüsse von 10.350
Mehr Berufsabschlüsse aus dem Ausland anerkannt
27. Februar 2020
Berlin – Die im Herbst 2019 gegründete Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) hat bislang rund 1.200 Anfragen von Pflegeeinrichtungen in Deutschland erhalten, die daran
Zahlreiche Anfragen an Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe
19. Februar 2020
Frankfurt am Main – Serbien schickt nach einem Zeitungsbericht keine Pflegekräfte mehr nach Deutschland. Eine entsprechende Kooperation mit Deutschland zur Vermittlung von Pflegekräften sei
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER