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Ärzteschaft

Honorareinbußen auch für saarländische Praxen

Montag, 21. Oktober 2019

/Gina Sanders, stockadobecom

Saarbrücken – Für rund 200 von 400 Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten im Saarland, die bis­lang ihre Praxen nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen haben, gibt es in diesem Monat die ersten Konsequenzen. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung Saarland hingewiesen.

Rückwirkend für das erste und zweite Quartal 2019 werde man deren Honorar nach Vor­gaben des Gesetzgebers um ein Prozent kürzen müssen, sagte KV-Vorstand Gunter Haupt­mann. Durchschnittlich verzeichne eine Hausarztpraxis im Saarland etwa 50.000 Euro Umsatz pro Quartal. Wer nicht an die TI angeschlossen sei, bekomme von der KV also um­ge­rech­net 500 Euro weniger Honorar. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht zudem vor, die Kürzung im März 2020 auf 2,5 Prozent zu erhöhen.

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Das Geld darf die Kassenärztliche Vereinigung nach eigenen Angaben nicht verwenden, um damit Personal zu bezahlen oder Investitionen zu tätigen. Je nach Leistungen werde es wohl anteilig an die Krankenkassen zurückgezahlt werden müssen und ein weiterer Teil als Honorar an die gesamte Ärzteschaft wieder ausgeschüttet, hieß es.

Bei der TI-Anbindung habe es innerhalb des Saarlandes „nur ganz wenige fundamentale Verweigerer“ gegeben, erklärte Hauptmann weiter. Eher handle es sich bei denen, die sich nicht angeschlossen hätten, vor allem um ältere Hausärzte am Ende ihres Berufsle­bens. „Wenn da jetzt jemand 67 ist und in zwei Jahren seine Praxis zusperren muss, weil er mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Nachfolger finden wird, dann lohnt es sich für ihn einfach nicht mehr, die gesamte EDV-Anlage auf einen neuen Stand zu bringen“, sagte Hauptmann.

Nach Angaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums liegt die bundesweite Anschluss­quo­te an die TI bundesweit bei zwei Dritteln. Im Saarland haben sich von den rund 2.150 Haus- und Fachärzten und Psychotherapeuten rund 80 Prozent anschließen lassen. Laut Hauptmann hätten nur zwei Kassenärztliche Vereinigungen noch bessere Quoten; Bayern und Baden-Württemberg lägen bei etwa 60 Prozent.

Der KV-Chef führt die gute Quote an der Saar auch darauf zurück, dass bereits vor mehre­ren Jahren verbindlich eine Anbindung der Praxen an KV-SafeNet eingeführt wurde, über das die Ärzte ihre Abrech­nung an die KV schicken müssen. „Das heißt, sie sind schon da­­ran gewohnt, online abzurechnen und an ein einheitliches Netzwerk angeschlossen zu sein.“ © dpa/may/aerzteblatt.de

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