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Politik

Kampagne soll junge Menschen für die Pflege gewinnen

Montag, 21. Oktober 2019

/dpa

Osnabrück – Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) geht in die Offensive gegen den Pflegenotstand. „Kommende Woche starte ich mit meinem Ministerium eine breite Kampagne, um junge Menschen für die Pflege zu gewinnen und über die Chancen der neuen Pflegeausbildung zu informieren“, sagte Giffey der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Zum neuen Jahr werde das Schulgeld in der Pflegeausbildung abgeschafft und eine an­ge­messene Ausbildungsvergütung für alle Auszubildenden abgesichert. „Das ist ein riesiger Schritt nach vorn.“

Zugleich werde die Ausbildung inhaltlich attraktiver, ermögliche einen Abschluss in Kin­derkranken- oder Altenpflege und ein anschließendes Studium. „Pflege ist viel mehr als ,satt und sauber'. Dafür müssen wir jetzt Menschen gewinnen“, betonte sie. „Dann ist das gemeinsame Ziel zu schaffen, die Zahl der Pflege-Azubis in fünf Jahren um zehn Prozent zu steigern.“

Um Angehörigen die Möglichkeit zu geben, bedürftige Eltern zu pflegen, erwägt die Mi­nis­­terin Entlastungen. „Es gibt die Idee für ein Familienpflegegeld, also eine Lohnersatz­leis­tung nach Vorbild des Elterngeldes. Das könnte es pflegenden Angehörigen ermögli­chen, in Teilzeit zu arbeiten oder zeitweise ganz aus dem Beruf auszusteigen. Ich habe Sympathien für dieses Konzept. Wir prüfen das.“

Zwar wäre dies „mit erheblichen Kosten verbunden“, betonte die SPD-Politikerin, ergänzte aber: „Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst in Deutschland. Das ist eine Leis­tung, die nicht hoch genug geschätzt werden kann.“

Angesichts des verheerenden Personalmangels in der ambulanten und stationären Pflege mahnte Giffey zu Geduld. „Es braucht Zeit“, sagte sie. „Die neuen Kolleginnen und Kolle­gen fallen nicht vom Himmel.“

Sie verwies neben der neuen Pflegeausbildung auf weitere Maß­nahmen: „Das Gesetz für bessere Pflege-Löhne ist im Bundestag. Die Arbeitsbedingun­gen werden verbessert, etwa durch Digitalisierung. Und die Bemühungen laufen, Pflege­kräfte aus dem Ausland zu ge­winnen, weil wir alle Möglichkeiten nutzen müssen, um jetzt mehr Pflegekräfte zu be­kommen.“ © kna/aerzteblatt.de

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