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Medizin

Adipositas: Verfettung der Atemwege fördert Asthma

Montag, 21. Oktober 2019

/pictworks, adobe.stock.com

Perth –Bei adipösen Menschen kommt es zu einer vermehrten Fettablagerung in den Wänden der größeren Atemwege. Die im European Respiratory Journal (2019; doi: 10.1183/13993003.00857-2019) bei Autopsien beobachteten Veränderungen könnten das erhöhte Asthmarisiko von adipösen Menschen erklären.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass übergewichtige und fettleibige Menschen häufiger an Asthma erkranken. Eine enge Korrelation mit dem Body-Mass-Index (BMI) deutet darauf hin, dass das Risiko dosisabhängig ist, was für eine Kausalität spricht. An­ders als bei der Fettleber oder auch bei Verfettungen von Epikard war die Pathogenese bisher jedoch unklar.

Weder proinflammatorische Zytokine aus dem viszeralen Fettgewebe noch die Kom­pres­si­on der Lungen durch Fettmassen auf dem Brustkorb können erklären, warum adipöse Men­schen häufiger an Asthma erkranken, meint John Elliot vom Sir Charles Gairdner Hospital in Perth. Der Forscher vermutet, dass Fettablagerungen in den Atemwegen für das erhöhte Erkrankungsrisiko und die höhere Morbidität von adipösen Menschen ver­antwort­lich sind.

Einen Beleg liefern jetzt die postmortalen Gewebeuntersuchungen von 52 Personen, von denen 21 an Asthma gestorben waren, 16 an Asthma litten, aber an anderen Erkrankun­gen gestorben waren, während die übrigen 15 vor dem Tod nicht an Asthma litten. In 1.373 Gewebeschnitten wurde die Ausdehnung der Fettablagerungen in den Atemwegen vermessen. Der BMI der Verstorbenen hatte zwischen 15 und 45 kg/m2 betragen.

Wie Elliot berichtet, wurden bei den fettleibigen Personen regelmäßig Fettablagerungen in den Wänden der Atemwege gefunden, deren Ausmaß mit dem BMI korrelierte. Die größte Ausdehnung hatten die Ablagerungen in Atemwegen mit einem Kaliber von mehr als 6 Millimetern. Die kleineren Atemwege waren seltener betroffen. Bei Männern wur­den bei gleichem BMI ausgedehntere Ablagerungen gefunden.

Elliot vermutet, dass ein Fettgewebe-assoziierter Umbau („fat-associated airway remo­de­ling“) zu einer Beeinträchtigung des Luftstroms in den Atemwegen führt, was obstruktive Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale fördern könnte. Das Fettgewebe in den Wänden der Atemwege könnte auch die Entzündungsreaktion vor Ort stimulieren, etwa durch die Freisetzung von Adipokinen.

Nicht ganz erklären lässt sich, dass die Fettablagerungen bei Männern ausgedehnter waren als bei Frauen. In den epidemiologischen Studien war die Adipositas bei Frauen deutlicher mit einer Asthmaerkrankung assoziiert. © rme/aerzteblatt.de

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