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Intensivmediziner mehrheitlich für Widerspruchslösung bei der Organspende

Montag, 21. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Fast zwei Drittel (63,3 Prozent) der deutschen Intensivmediziner befürworten bei der Organspende die viel diskutierte Widerspruchslösung. Das hat eine Blitzumfrage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ergeben.

Demnach votierte die Mehrheit (37,5 Prozent) der DIVI-Mitglieder für die einfache Wider­spruchslösung, mehr als ein Viertel (26,1 Prozent) sprach sich für die doppelte Wider­spruchslösung aus.

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Angesichts der Umfrageergebnisse plädierte Janssens für eine differenzierte Auseinan­der­setzung mit dem Thema: „Wenn zwei Drittel der Intensivmediziner sich für die Wider­spruchslösung aussprechen, heißt das auch, dass ein Drittel eine andere Regelung für ge­eigneter hält.“

So votierten 13,2 Prozent der Befragten dafür, die derzeitige Entscheidungslösung beizu­behalten, jeder fünfte (20,2 Prozent) plädiert für eine Stärkung der Entscheidungsbe­reit­schaft. Dementsprechend kann es aus Sicht der DIVI bei dieser Gewissensfrage keine ein­deutige Meinung und Haltung geben: Umso wichtiger sei es, unterschiedliche Sichtwei­sen zuzulassen und zu akzeptieren.

Vor diesem Hintergrund kritisierte DIVI-Präsident Uwe Janssens, dass der Bundestag der­zeit zwei konkurrierende Gesetzesentwürfe zur Neuregelung der Organ- und Gewebe­spen­de diskutiert, ohne dazu die Intensivmediziner anzuhören. „Hier müssen aber unbe­dingt Experten zu Wort kommen dürfen, die sowohl bei der Spendererkennung, aber vor allem in sämtliche Prozesse zur Realisierung einer Organspende verantwortlich einge­bunden sind“, forderte er.

Die Ergebnisse der Blitzumfrage werden zusammen mit einer DIVI-Stellungnahme den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses übergeben. © hil/sb/aerzteblatt.de

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