NewsVermischtesKlimawandel gefährdet Weltgesundheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Klimawandel gefährdet Weltgesundheit

Dienstag, 22. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Der Klimawandel gehört nach Ansicht des Gesundheitsexperten Detlev Ganten zu den großen Bedrohungen der Weltgesundheit im 21. Jahrhundert. Temperaturanstieg, Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen führten zu mehr Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauferkrankungen oder Allergien, sagte Ganten heute in Berlin. Er äußerte sich zum World Health Summit (WHS), dem er als Präsident vorsteht.

Das dreitägige Gipfeltreffen zur Weltgesundheit beginnt am kommenden Sonntag in Berlin. Dazu erwarten die Veranstalter rund 2.500 Teilnehmer aus 100 Nationen, darunter 20 Minister. Neben dem Klimawandel soll es um die Verbesserung von Gesundheitssys­te­men in Afrika und weltweit gehen, sowie um den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen, die Digitalisie­rung der Gesundheitsversorgung und die Umsetzung der Ziele für nach­hal­tige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Anzeige

Die Gesundheitsversorgung sei insgesamt zwar besser geworden, da Krankheiten dank des enormen Fortschritts in der Forschung wirksamer behandelt werden könnten, sagte Ganten. Doch gleichzeitig bleibe die Gesundheit bedroht. Dazu komme, dass die Weltbe­völkerung bald auf zehn Milliarden Menschen anwachsen werde und damit immer mehr Menschen Anspruch auf Hochleistungsmedizin hätten. „Das wird unbezahlbar“, so der Wissenschaftler.

Als größte Gesundheitsbedrohungen nannte Ganten neben den Auswirkungen des Klima­wandels die schnellere Verbreitung von Infektionskrankheiten durch die hohe Mobilität sowie nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und psychische Er­krankungen. Ganten machte dafür vor allem den modernen Lebensstil verantwortlich, etwa das Leben in Megastädten und die ungesunde industrielle Ernährung.

Die globalen Herausforderungen könnten nur gemeinsam gelöst werden, so Ganten. Da­bei solle Deutschland eine „kooperative Führungsrolle“ übernehmen. Auch die Wissen­schaft als Treiber für Innovation müsse mehr Verantwortung übernehmen.

„Nur gemeinsam mit der Politik, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft können Prob­le­me gelöst werden.“ Die Wissenschaft könne dabei eine entscheidende Rolle spielen. Dem diene auch der World Health Summit, zu dem ein Netzwerk von 25 Akademischen Ge­sund­heitszentren und Universitäten in 18 Ländern und die wissenschaftlichen National­akademien in 130 Ländern beitrügen. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 1. November 2019, 22:24

"Hauptsache gesund"?

Auf dem World Health Summit fordert WHO-Chef und Kollege Ghebreyesus den politischen Willen, Gesundheit als Menschenrecht zu verwirklichen. "Wir erleben beispielloses politisches Engagement für die Gesundheit". Der Klimawandel sei die größte globale Gesundheitsbedrohung.

Was ist daran falsch?

1. Wer abstrakte Gesundheits-Begrifflichkeiten in den Vordergrund stellt, missachtet Krankheit und Krankheitsentitäten.

2. Allzu positivistische Konnotationen von Gesundheit diskriminieren Kranke, akute und/oder chronische Krankheiten bzw. deren Bewältigungs- und Überwindungsstrategien.

3. Die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten als Experten für Krankheitsentitäten in Klinik und Praxis, Forschung und Entwicklung, Versorgung und Betreuung gerät unter reinen Gesundheitsaspekten ins Hintertreffen.

4. Der Klimawandel kann sich bezogen auf die generelle Bedrohungen durch pathologische Ursachen allenfalls marginal auswirken.

Krankheitsentitäten sind ebenso ubiquitär wie universell.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

Nachrichten zum Thema

11. November 2019
Berlin – Die G20-Staaten tun einer internationalen Untersuchung zufolge weiterhin zu wenig, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Der Treibhausgasausstoß der 19 Industrie- und Schwellenländer
Kein G20-Staat beim Klimaschutz auf 1,5-Grad-Kurs
8. November 2019
Berlin – CO2-Preis, Flugticketsteuer und Windräder: Die Bundesländer wollen das Klimapaket der Großen Koalition an vielen Stellen verändern. Vor allem der Widerstand der Grünen in den Ländern könnte
Bundesländer wollen Änderungen am Klimapaket
7. November 2019
Wellington – Neuseeland hat das Ziel gesetzlich festgeschrieben, zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Das Gesetz nahm heute im Parlament in Wellington die
Neuseeland schreibt Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 gesetzlich fest
5. November 2019
Berlin/Washington – Mehr als 11.000 Wissenschaftler haben vor einem weltweiten „Klima-Notfall“ gewarnt. Knapp vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel erklärten die Forscher aus 153 Ländern im Fachjournal
Forscher erklären „Klima-Notfall“
4. November 2019
Berlin – Angesichts geplanter staatlicher Fördermaßnahmen für mehr Klimaschutz rechnet die Bundesregierung mit einem drastischen Anstieg ihrer Subventionen. Diese werden demnach nach Medienberichten
Subventionen steigen wegen Klimaschutzprogramm auf Rekordhoch
28. Oktober 2019
www.worldhealthsummit.org Berlin – Vor den dramatischen Folgen des Klimawandels für die Gesundheit und die Lebensräume haben heute in Berlin Ärzte und Naturschützer gewarnt. „Der Klimawandel betrifft
World Health Summit: „Der Klimawandel betrifft alles und jeden“
28. Oktober 2019
Berlin – Der Virchowbund hat die Bundesregierung, die Landesregierungen und Kommunen aufgefordert, die im Pariser Klimaabkommen eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten und sich in ihrer Klimapolitik
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER