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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Geschäftsführerin von Lunapharm

Mittwoch, 23. Oktober 2019

/dpa

Potsdam – Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat gegen die Geschäftsführerin des Bran­denburger Pharmaunternehmens Lunapharm Anklage wegen des gewerbsmäßigen Han­dels mit gefälschten Arzneimitteln erhoben. Mitangeklagt seien ein deutscher Betreiber einer Apotheke in Griechenland und ein weiterer Beschuldigter wegen Beihilfe, teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam heute mit.

Hintergrund seien falsche Angaben zu dem Vertriebsweg von Arzneimitteln, so die An­kla­ge. Laut Gesetz würden diese Medikamente als gefälscht gewertet. Vor mehreren Tagen hatten die Potsdamer Neuesten Nachrichten über die Anklage berichtet. Die Staatsan­walt­schaft hatte dies zunächst jedoch nicht bestätigt.

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Der Skandal um einen möglicherweise illegalen Handel mit Krebsmedikamenten war nach einem Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ im Juli 2018 hochgekocht. Die dama­li­ge Landesgesundheits­mi­nis­terin Diana Golze (Linke) hatte im August 2018 zurücktreten müssen, weil das Lan­desgesundheitsamt angeblich trotz frühzeitiger Hinweise nicht ein­geschritten sein soll. Das Brandenburger Ge­sund­heits­mi­nis­terium wollte sich zu der An­klage nicht äußern. Dies sei nun Sache der Justiz, sagte ein Sprecher.

Lunapharm hatte gegen das Landesgesundheitsamt im Juli Schadenersatz in Höhe von 70 Millionen Euro geltend gemacht, nachdem das Amt der Firma Anfang des Jahres die Her­stellung von Medikamenten und den Handel verboten hatte. Dazu wollte sich der Minis­te­riumssprecher mit Hinweis auf das laufende Verfahren ebenfalls nicht äußern.

Die Apotheke soll laut Anklage zwischen Mai und Juli 2017 Medikamente an Lunapharm geliefert haben, obwohl sie über keine Großhandelserlaubnis verfügte. Die Geschäftsfüh­rerin von Lunapharm habe dem Brandenburger Landesgesundheitsamt vorher mitgeteilt, dass sie wegen der fehlenden Erlaubnis keine weiteren Medikamente von der Apotheke beziehen werde. Stattdessen seien weitere Lieferungen über Rechnungen eines nicht ein­gebundenen Großhändlers aus Zypern verschleiert worden, so die Anklage.

Der Gesamtwert der von Mai bis Juli gelieferten Medikamente habe 1,1 Millionen Euro be­tragen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Diese seien von Lunapharm zum größten Teil mit Gewinn verkauft worden. Bei Lunapharm und weiteren Beteiligten seien Vermö­genswerte in Höhe von rund 890.000 Euro vorläufig gesichert worden, das entspreche den erwirtschafteten Erlösen.

Lunapharm-Sprecher Klaus Kocks erklärte heute auf Anfrage, das Landgericht Potsdam habe die Firma um Stellungnahme gebeten, ob von einem Großhändler in Zypern Ware bezogen wurde. „Es ist unstrittig, dass Originalmedikamente in Originalverpackung be­zo­gen wurden und dass keine Patientengefährdung vorgelegen hat“, erklärte Kocks. „Strittig ist, ob Lunapharm arzneimittelrechtlich in Zypern hätte beziehen dürfen.“ Vorwürfe der Kriminalität wie etwa Hehlerei würden nicht erhoben.

Lunapharm war im vergangenen Jahr auch in den Verdacht geraten, mit angeblich ge­stoh­lenen Krebsmedikamenten aus Griechenland gehandelt zu haben. Hinsichtlich dieses Vorwurfs seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, betonte die Staatsanwalt­schaft in ihrer Mitteilung. Über die Zulassung der Anklage und Eröffnung einer Haupt­ver­handlung muss nun das Landgericht Potsdam entscheiden. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #769631
Naturfreund
am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 20:55

Bitter bitter

https://mezis.de/?s=+Peter+G%C3%B8tzsche
LNS

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