NewsÄrzteschaftSensibilisierte Ärzte verordnen weniger Antibiotika
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Sensibilisierte Ärzte verordnen weniger Antibiotika

Mittwoch, 23. Oktober 2019

/Tobias Arhelger, stock.adobe.com

Düsseldorf/Essen – Ärzte, die für das Thema Antibiotika sensibilisiert sind, verordnen diese weniger und vor allem gezielter. Das ist das Ergebnis eines zweijährigen Modell­pro­jekts der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) mit dem BKK-Landesver­band Nordwest in den Regionen Essen und Duisburg.

Im Rahmen des Projektes hatten sich die teilnehmenden Ärzte verpflichtet, Antibiotika bei Harnwegsinfekten und bei Entzündungen des Mund-Rachen-Raums nur noch einzu­setzen, wenn sie vorab die Wirksamkeit durch den Einsatz von Antibiogrammen bezie­hungs­weise Schnelltests ermittelt hatten.

Anzeige

Dadurch verordneten die am Modellversuch beteiligten Ärzte während beziehungsweise nach der Projektlaufzeit 20 Prozent weniger Antibiotika bei Scharlach und Mandelentzün­dung als die nicht teilnehmende Vergleichsgruppe.

Für den KVNO-Vorstandsvorsitzenden Frank Bergmann zeigt das Projekt wie wichtig es ist, Mediziner und Patienten auf das Thema Antibiotika aufmerksam zu machen. „Wir müssen noch mehr Kollegen dafür sensibilisieren, dass weniger manchmal mehr sein kann, also der Einsatz von Antibiotika genau bedacht und geprüft sein will“, sagte er.

Schnelltests könnten ein geeignetes Mittel der Wahl sein. So gaben alle Ärzte in einer Befragung an, dass das Antibiogramm eine geeignete Unterstützung ihrer Therapieent­scheidung sei. Bei den Schnelltests stimmten immerhin noch 70 Prozent dafür. Laut den Befragten sei die Akzeptanz für die Entscheidung, kein Antibiotikum zu verordnen, beim Patienten nach einem Schnelltest höher.

„Das Modellprojekt macht deutlich, dass es einen großen Spielraum für eine Reduzierung von Antibiotikaverschreibungen gibt, wenn den Ärzte geeignete Instrumente und Rah­men­bedingungen zur Verfügung stehen“, sagte Bergmann. Wichtig sei auch, Patienten besser zu informieren, damit sie nicht immer und sofort die Gabe von Antibiotika erwar­ten. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2020
London – Die Behandlung mit einem Makrolid-Antibiotikum im 1. Trimenon der Schwangerschaft war in einer Analyse elektronischer Krankenakten im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2020; 368: m659) mit einer
Makrolid-Antibiotika könnten Fehlbildungen auslösen
21. Februar 2020
Regensburg/Würzburg/München – Ein neues bayerisches Forschungsnetzwerk will in den kommenden Jahren neue Therapieansätze gegen multiresistente Keime entwickeln. Das Land investiert dafür in den
Bayerische Initiative zur Entwicklung neuer Antibiotika
13. Februar 2020
Melbourne – Obwohl eine Kombination aus Vancomycin/Daptomycin mit einem Beta-Laktam bei der Behandlung der MRSA-Bakteriämie theoretisch Vorteile bietet, konnten die Behandlungsergebnisse in einer
MRSA: Weiteres Antibiotikum bleibt in Studie ohne Vorteile
11. Februar 2020
Frankfurt am Main – Produktionsausfälle in China wegen des Coronavirus könnten nach Ansicht von Pharmaexperten zu Antibiotikaengpässen in Deutschland führen. Da die Herstellung von Wirkstoffen in der
Pharmaexperten warnen vor Antibiotikaengpässen wegen 2019-nCoV
7. Februar 2020
Berlin – Zugelassene Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) – also für die Gen-, Zell-und Gewebetherapie – sollen künftig mit Ausnahme biotechnologisch bearbeiteter Gewebeprodukte automatisch die
Gen-, Zell- und Gewebetherapie sollen der Nutzenbewertung unterliegen
6. Februar 2020
Rostock/Wismar/Düsseldorf – Ärzte des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Rostock, Studierende des Diplom-Studiengangs Kommunikationsdesign und Medien der Fakultät Gestaltung der Hochschule
Neue Kampagne „Weniger-Antibiotika …“ vorgestellt
20. Januar 2020
München – Mit mehr als zehn Millionen Euro fördert Bayern ein landesweites Forschungsnetzwerk zu multiresistenten Keimen. Das Geld geht an sechs interdisziplinäre Forschungsgruppen an den
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER