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Politik

Privatversicherer stellen neues Pflegeversicherungs­modell vor

Mittwoch, 23. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Angesichts steigender Pflegekosten bei gleichzeitig alternder Bevölkerung hat sich der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) für eine stärkere private Ei­gen­vorsorge ausgesprochen. Dazu stellte die PKV am heute ein neues Modell vor.

Demnach soll ein „neuer Generationenvertrag“ die durch steigende Eigenanteile erhöhte Belastung der Älteren abfedern. Jüngere Versicherte sollen schrittweise stärker privat vor­sorgen, dabei aber vom Steuerzahler und betriebliche Altersvorsorge unterstützt werden.

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Nach den Worten von PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther könnte der Beitragssatz zur Pflegeversicherung damit langfristig auf dem heutigen Niveau nahe drei Prozent stabi­lisiert werden.

Für die heute Älteren, denen der Aufbau einer ausreichenden Eigenvorsorge nicht mehr ohne weiteres möglich ist, sieht das Modell zusätzliche Leistungen aus der Pflegepflicht­versicherung vor. Damit solle der Anstieg der Eigenanteile „gedämpft“ werden. Dabei erhielten die heute über 80-Jährigen die größte Unterstützung und die nachfolgenden Jahrgänge schrittweise etwas weniger.

Diese Solidarleistung soll auslaufen, sobald die „Babyboomer-Generation“ im Ruhestand ist. Die nachkommenden Versicherten müssten dann durch private Vorsorge selbst für eine umfassende Absicherung sorgen. Dies solle etwa durch Steuerabzüge, betriebliche Vereinbarungen oder staatliche Förderung wie beim sogenannten Pflege-Bahr gefördert werden.

Nach Reuthers Ansicht würden andere Modelle wie eine Vollversicherung oder Zuschüsse aus Steuergeldern die von der Bevölkerungsentwicklung abhängige Umlagefinanzierung lediglich ausweiten. Das würde aber die Jüngeren weiter belasten und den Wirtschafts­standort Deutschland schwächen, so Reuther.

Kritik kam von den Grünen. Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik, bezeich­nete die Ideen als alten „Abklatsch des bereits gescheiterten Pflege-Bahrs“. Die Vorschlä­ge verschärften bestehende Probleme. Man halte am ursprünglichen Grundgedan­ken fest, die Pflegeversicherung zu einer Pflege-Bürgerversicherung weiterzuentwickeln. © kna/may/aerzteblatt.de

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