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Zwei weitere bestätigte West-Nil-Virus-Infek­tionen in Ostdeutschland

Donnerstag, 24. Oktober 2019

/picture alliance/Bildagentur-online

Berlin – Nach dem deutschlandweit ersten Fall einer West-Nil-Virus-Infektion in Sachsen sind auch in Berlin und Sachsen-Anhalt zwei Fälle nachgewiesen worden. Betroffen seien zwei im Spätsommer erkrankte Frauen in Berlin und Wittenberg, wie Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) heute berichtete. Im Umkreis des ersten durch heimische Mücken Infizierten aus der Region Leipzig gebe es zudem weitere Verdachtsfälle, darunter auch bei jüngeren Patienten.

Ende September hatten das BNITM und weitere Institute bekanntgegeben, dass erstmals eine durch Mücken in Deutschland übertragene West-Nil-Virus-Infektion beim Menschen nachgewiesen wurde. Mitte August war demnach ein 70-Jähriger aus dem Leipziger Umland an einer Gehirnentzündung erkrankt, bei dem daraufhin das Virus gefunden wurde. Der Patient war nach einer Behandlung genesen. Zuvor war der Erreger bis auf den Fall eines Tierarztes in Bayern, der sich bei der Untersuchung eines Vogels ansteckte, nur in seltenen Fällen bei Reiserückkehrern nachgewiesen worden.

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Die Vielzahl schwerer Krankheitsverläufe sei erschreckend, sagte Schmidt-Chanasit. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Nur etwa ein Prozent der Infektionen führten zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Demnach sei von Hunderten weiteren Infektionen mit leichtem Verlauf auszugehen, die nicht diagnostiziert wurden. „Das West-Nil-Virus betrifft offenbar schon weit mehr Menschen in Deutschland, als bisher angenommen.“

In mehreren deutschen Regionen wurde der Erreger seit 2018 bereits bei zahlreichen Vögeln und Pferden nachgewiesen. Das ursprünglich aus Afrika stammende Virus wird von heimischen Stechmücken übertragen. In nördlichere Gefilde gelangte es durch Zugvögel und Stechmücken. © dpa/aerzteblatt.de

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