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Politik

Zwei Drittel der Altenpflegehelfer liegen unter Niedrig­lohnschwelle

Donnerstag, 24. Oktober 2019

/dpa

Düsseldorf – Rund zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Altenpflegehelfer in Deutschland liegen unter der sogenannten Niedriglohnschwelle von 2.203 Euro brutto im Monat. Das geht aus einer Daten-Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Links­fraktion im Bundestag hervor, aus der die Düsseldorfer Rheinische Post heute zitierte. Auch bei den voll qualifizierten Altenpflegefachkräften lagen im vergangenen Jahr immerhin 14,1 Prozent bei Vollzeitbeschäftigung unterhalb der Niedriglohnschwelle.

Nach der EU-Definition liegt diese Schwelle bei 60 Prozent des durchschnittlichen Brutto­mo­natseinkommens. Das Bundesarbeitsministerium hatte die Schwelle unlängst mit 2.203 Euro brutto pro Monat für das vergangene Jahr angegeben.

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Vor allem bei den Pflegehelfern ging der Anteil derer, die unterhalb der Niedriglohn­schwelle liegen, seit 2012 nur geringfügig zurück. „Jahrelang wurden Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in der Pflege stillschweigend hingenommen“, sagte Linken-Politikerin Susanne Ferschl der Rheinischen Post.

Werden alle Vollzeitbeschäftigten in der Pflegebranche - also Fachkräfte und Pflegehelfer - zusammengerechnet, gab es zwischen 2012 und 2018 einen Rückgang des Anteils der Niedriglöhner. Im Jahr 2012 habe er bei 37,2 Prozent gelegen, 2018 bei 30,1 Prozent. Davon haben aber vor allem die höher qualifizierten Fachkräfte profitiert, nicht die Helfer.

Insgesamt arbeiten in der Altenpflege in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen. Davon sind dem Bericht zufolge nur gut 200.000 in Vollzeit sozial­ver­sicherungs­pflichtig beschäf­tigt. Die hohe Teilzeitquote und die geringen Gehälter in der Alten- und Krankenpflege sind ein Grund für die zunehmende Personalnot in dem Sektor. Um die Löhne in der Altenpflege zu verbessern, soll heute im Bundestag das sogenannte Pflegelöhne-Gesetz beschlossen werden. © afp/aerzteblatt.de

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