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Ärzteschaft

Medizinstudierende fordern Richtlinien gegen Industrie­-Beeinflussung an den Hochschulen

Donnerstag, 24. Oktober 2019

/neznamov1984, stock.adobe.com

Berlin – Mehr Transparenz und klare Richtlinien für den Umgang mit der Industrie im Medizinstudium fordert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). „Unser Studium soll uns darauf vorbereiten, Patienten bestmöglich zu versorgen. Kommerzielle Interessen der Pharmaindustrie dürfen darauf keinen Einfluss haben. Es liegt in der Verantwortung der Universitäten, das sicherzustellen“, sagte Leonard Heß aus der bvmd.

Laut der Medizinstudierendenvertretung behandeln nur wenige Universitäten das Thema Interessenkonflikte im Unterricht: Bei einer entsprechenden Studie der bvmd zusammen mit dem Verband „Universities Allied for Essential Medicines“ (UAEM Europe) gaben zwei Fakul­täten an, über Richtlinien zu verfügen, die Rahmenbedingungen für Kontakte mit der In­dustrie schaffen. Die Studierendenverbände haben für die Studie nach eigenen Angaben bei 38 Fakultäten in Deutschland angefragt, 16 von ihnen antworteten.

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„Anders als in den USA, wo Regelungen und Lehre verbreitet sind, ignorieren Universitäten in Deutschland das Thema Interessenkonflikte im Studium und verpassen dadurch die Chance, angehende Mediziner frühzeitig auf den professionellen Umgang mit Pharmaun­ternehmen vorzubereiten“, so das Fazit der bvmd.

Die Studierenden haben am vergangenen Wochenende daher ein studentisches Netzwerk zu Interessenkonflikten in der Medizin ins Leben gerufen. Sie fordern

  • ein erweitertes fächerübergreifendes Lehrangebot zu Interessenkonflikten in der Medizin,
  • eine konsequente Offenlegung von Interessenkonflikten von Dozierenden gegenüber Studierenden,
  • einen regulierten Rahmen für den Kontakt mit der Industrie auch für Studierende.

Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat die Initiative des studen­tischen Netzwerks gegen Interessenkonflikte in der Medizin in einer Stellungnahme Mitte Oktober begrüßt. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 29. Oktober 2019, 15:45

Grüne Jugend

Da passt der Antrag (für den Parteitag im November) der grünen Jugend gegen Homöopathie bestens ins Bild. Die jungen Grünen plappern immer von "Hört auf die Wissenschaft!" ohne zu begreifen, dass "die Wissenschaft" schon seit Jahrzehnten von Big Pharma beeinflusst wird. Insofern zeit der Artikel gute Tendenzen bei den Hochschulstudenten, die da um einiges schlauer sind. Das lässt hoffen - Bravo!!
Avatar #769631
Naturfreund
am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 20:42

Interessenkonflikte

https://mezis.de/neues-buch-erschienen-erkranken-schadet-ihrer-gesundheit/
oder Pharmageddon
Avatar #769631
Naturfreund
am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 20:19

Mezis oder mein Essen zahl ich selbst

es gibt auch anständige Ärzte:

https://mezis.de/
Avatar #687997
Pro-Natur
am Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19:46

Hört auf sie!

Die Studenten verstehen, dass ihr Studium von der Beeinflussung der Pharmaindustrie abgewertet wird. In diesem Fall wissen die jungen Leute besser! Meine bescheidene Lösung des Problems: Alle Ärzte bekommen ein Gehalt (meinetwegen ein großzügiges Gehalt), um sie von der Lobby zu trennen. Zum Beispiel beim Impfen sollten alle Impfungen vom Gesundheitsamt vorgenommen werden. Die Ärzte sollten nur noch Impfschäden feststellen dürfen. Alles Andere wäre ein Interessenkonflikt.
LNS

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