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Neue Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz erschienen

Donnerstag, 24. Oktober 2019

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Berlin – In einer jetzt erschienenen dritten Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) zur chronischen Herzinsuffizienz haben Vertreter aus 20 Fachgesellschaften und Organisationen den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft zusammengefasst und Empfehlungen ausgesprochen. Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe hat dazu die Inhalte der Kapitel zu Diagnostik, Therapieplanung, nicht-medikamentöser Therapie, Komorbiditäten, akuter Dekompensation, Rehabilitation und Palliativversorgung der Leitlinie vollständig überarbeitet. Die Inhalte der bereits 2017 aktualisierten Kapitel zur medikamentösen und invasiven Therapie sowie zur Versorgungskoordination haben die Autoren geprüft und bestätigt.

Herzinsuffizienz ist in Deutschland der häufigste Grund für Klinikeinweisungen und gehört zu den häufigsten Todesursachen. Ziel der NVL ist es, die Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zu verbessern. Die Leitlinienautoren empfehlen dafür einen individuellen Behandlungsansatz, der Begleiterkrankungen, psychosoziale Aspekte und Präferenzen der Patienten mit berücksichtigt. Sie diskutieren dazu beispielsweise den Stellenwert körperlichen Trainings, Besonderheiten der Behandlung bei Ko- und Multimorbidität, Kriterien für eine stationäre Einweisung, Indikationen für Reha-Maßnahmen und die frühzeitige Planung für palliative Situationen.

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Wichtige Neuerungen haben die Autoren in einem Faltblatt „Was ist wichtig? Was ist neu?“ dargestellt. Zum Thema psychosoziale Diagnostik heißt es darin zum Beispiel: „Infolge einer chronischen Herzinsuffizienz kann sich eine Depression entwickeln. Sie beeinflusst ihrerseits den Verlauf der Herzinsuffizienz und ist mit einer schlechteren Prognose verbunden. Darum sollen die Patienten regelmäßig nach ihrer Lebensqualität, psychosozialen Belastungen und psychischen beziehungsweise psychosomatischen Erkrankungen gefragt werden, sodass bei Bedarf adäquat reagiert werden kann“.

Zudem sind neben der ärztlichen Leitlinie Patientenblätter zu wichtigen Entscheidungs- oder Informationssituationen erschienen. Sie sollen die behandelnden Ärzte in der Beratung der Patienten unterstützen und so zur gemeinsamen Entscheidungsfindung beitragen.

Das Programm für NVL tragen die Bundes­ärzte­kammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Sie haben dazu das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) mit der Redaktion der Leitlinie beauftragt. © hil/aerzteblatt.de

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