NewsMedizinAromen in E-Zigaretten verführen Jugendliche zu längerem Konsum
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Aromen in E-Zigaretten verführen Jugendliche zu längerem Konsum

Freitag, 1. November 2019

Jugendlicher sitzt auf einer Treppe mit seinem Skateboard und inhaliert eine E-Zigarette/6okean, stock.adobe.com
/6okean, stock.adobe.com

Los Angeles/Philadelphia – Teenager, die E-Zigaretten mit Süßigkeiten- oder Fruchtgeschmacksrichtungen verwenden, halten eher an der Gewohnheit fest und inhalieren stärker. Das zeigt eine Umfrage unter 478 Jugendliche aus der Region Los Angeles, die in Pediatrics publiziert wurde (2019; doi: 10.1542/peds.2019-0789).

Die Forscher der University of Southern California hatten die Schüler alle 6 Monate befragt, von der 10. Klasse an im Frühjahr 2015 bis zur 12. Klasse im Jahr 2017. Dabei fanden sie heraus, dass etwa 9 von 10 Teenagern in der Studie Obst, Süßigkeiten und andere nichttraditionelle E-Zigaretten-Aromen konsumierten. Von den Jugendlichen, die diese Aromen verwendeten, nutzten 64,3 % 6 Monate später noch E-Zigaretten, verglichen mit 42,9 %, die nur traditionelle Aromen wie Tabak, Menthol oder Minze verwendeten.

Anzeige

Unter den befragten Schülern waren Frucht- (n = 561, 71,2%) und Süßigkeitenaromen (n = 299, 37,9%) am beliebtesten. Menthol oder Minze waren mit 18,3 % zudem deutlich beliebter als geschmacksneutrale Liquids (6,3 %). Am seltensten nutzen die Jugendlichen E-Zigaretten mit Tabakgeschack (3 %).

Die Studie könnte Forderungen nach aktuell in den USA diskutierten Beschränkungen für aromatisierte E-Zigaretten unterstützen. Vor einem Monat hatte die Trump-Administration ein mögliches Verkaufsverbot angedroht. Umgesetzt wurde es jedoch noch nicht. Der Marktführer Juul hatte daraufhin freiwillig einige seiner Aromenprodukte vom Markt zurückgezogen – die Aromen Menthol und Minze jedoch nicht.

Ein etwas anderes Bild der beliebtesten Aromen postulierte kürzlich Robin Koval, Bestsellerautorin und Präsidentin der US-Truth Initiative, einer gemeinnützigen Tabakkontrollorganisation. „Wir und JUUL wissen, dass Minze und Menthol zu den beliebtesten Geschmacksrichtungen für Jugendliche gehören, da 64 % der High-School-E-Zigarettenbenutzer diese Geschmacksrichtungen verwenden.“ Laut Koval sei auch bekannt, dass Menthol für junge Zigarettenkonsumenten die erste Wahl sei. Eine Quelle für diese Annahme nannte Koval dem Deutschen Ärzteblatt auf wiederholte Anfrage jedoch bisher nicht.

„Vorschriften, die die Exposition von Jugendlichen gegenüber aromatisierten E-Zigaretten verringern, können dazu beitragen, junge Menschen, die E-Zigaretten ausprobieren, daran zu hindern, langfristige E-Zigaretten-Nutzer zu werden“, sagte Erstautor Adam Leventhal. Wenn die Jugendlichen nicht mehr auf E-Zigaretten in den beliebten Geschmacksrichtungen zugreifen könnten, würde das Millionen von jungen E-Zigaretten-Nutzern ermutigen, mit dem Vaping aufzuhören, erhofft sich der Forscher. © gie/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #754103
Biochemie
am Montag, 4. November 2019, 11:10

An die Redaktion des Ärzteblattes

Da sie einfach Kommentare löschen, werde ich auch auf keine Kommentare mehr Antworten und ihr vorgehen mit anderen Menschen besprechen.
Was anderes ist von der Stadt Köln auch nicht zu erwarten.






LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2019
Brüssel – In Belgien ist der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten aufgetreten. Wie die Behörden gestern mitteilten, starb ein 18-jähriger Mann an den Folgen eines
Belgische Behörden melden ersten Todesfall nach E-Zigarettenkonsum
14. November 2019
Detroit – Eine bilaterale Lungen­trans­plan­ta­tion hat in den USA einem 17-jährigen Teenager das Leben gerettet, der nach dem Konsum von E-Zigaretten eine schwere Lungenschädigung (EVALI) erlitten hatte.
E-Zigaretten: Doppelte Lungen­trans­plan­ta­tion rettet Jugendlichen mit EVALI
13. November 2019
Nottingham – Die verschiedenen Inhaltsstoffe von E-Zigaretten können offenbar schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Britische Ärzte berichten in den Archives of Disease of Childhood (2019;
E-Zigaretten können lebensgefährliche Hypersensitivitäts-Pneumonitis verursachen
11. November 2019
Atlanta – Die Ursache der akuten Lungenschäden, an denen in den USA bislang 2.051 Konsumenten von E-Zigaretten erkrankt sind, davon 40 mit Todesfolge, ist weiter unklar. Laut einer Studie in Morbidity
E-Zigaretten: Hinweise auf Vitamin-E-Acetat als Auslöser verdichten sich
8. November 2019
New York – Die Zahl der Toten nach dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA steigt weiter an. Neuen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge starben bereits 39 Menschen. Die Opfer stammten
Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten in den USA steigen weiter
7. November 2019
Columbus/Ohio – E-Zigaretten enthalten mit Nikotin, Feinstaub, Metallen und Aromastoffen zahlreiche Substanzen, die Herz und Blutgefäße schädigen und auf Dauer das Risiko von
US-Mediziner warnen vor Schäden für Herz und Kreislauf durch E-Zigaretten
5. November 2019
Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), hat sich für ein umfassendes Tabakaußenwerbeverbot ausgesprochen. Dies müsse alle herkömmlichen Zigaretten sowie E-Zigaretten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER