szmtag Demenz: Salzhaltige Kost schädigt Tau-Proteine im Gehirn
NewsMedizinDemenz: Salzhaltige Kost schädigt Tau-Proteine im Gehirn
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Demenz: Salzhaltige Kost schädigt Tau-Proteine im Gehirn

Freitag, 25. Oktober 2019

Umgekippter Salzstreuer/uwimages, stockadobecom
Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt Erwachsenen einen Salzkonsum von weniger als 6 g pro Tag. /uwimages, stockadobecom

New York– Mäuse, die auf eine extrem salzhaltige Kost gesetzt werden, erkranken nach einiger Zeit an einer Demenz. Eine Studie in Nature (2019; doi: 10.1038/s41586-019-1688-z) führt dies nicht, wie bisher angenommen, auf eine Störung der Endothelfunktion in den Blutgefäßen zurück. Vielmehr scheint es zu einer Schädigung der Tau-Proteine zu kommen, deren Ablagerung ein zentrales Kennzeichen für den Morbus Alzheimer und andere Tauopathien ist.

Tau-Proteine sind ein Bestandteil des Zytoskeletts von Nervenzellen im Gehirn. Bei einem Untergang der Neuronen können sie sich zu Fibrillen verbinden. Dies ist nicht nur ein Kennzeichen des Morbus Alzheimer. Auch der Morbus Parkinson und die chronische traumatische Enzephalopathie gehören zu den Tauopathien. Derzeit ist unklar, ob die Fibrillen Ursache oder Folge der Erkrankung sind.

Vor einem Jahr konnte ein Team um Costantino Iadecola vom Weill Cornell Medicine College in New York in einer Studie zeigen, dass es bei Mäusen unter einer extremen Hochsalzdiät (das 8- bis 16-fache der normalen Zufuhr) innerhalb von 8 Wochen zu einer Verringerung des Blutflusses um 20 bis 30 % kommt. Die Durchblutungsstörungen gingen mit dem Auftreten von demenzähnlichen Symptomen einher: Die Mäuse hatten zunehmend Probleme Objekte zu erkennen, sich durch ein Labyrinth zu navigieren oder ihr Nest zu bauen.

Die Forscher vermuteten damals, dass es sich um eine vorübergehende Störung handelt, denn nach dem Wechsel auf eine normale Diät erholten sich die Mäuse wieder von den Durchblutungsstörungen.

Hyperphosphorylierung der Tau-Proteine infolge einer Hochsalzdiät

Die aktuellen Befunde zeigen jedoch, dass die Hochsalzdiät im Gehirn bleibende Schäden hinterließ. In den Nervenzellen kam es zu einer Hyperphosphorylierung der Tau-Proteine und damit zu einer Störung des Zytoskeletts. Nähere Untersuchungen ergaben, dass diese vermutlich bleibenden Schäden mit der Störung der Durchblutung zusammenhängen. Bei der Salzdiät ist die Bildung von Stickoxiden (NO) in den Endothelzellen gestört. Das NO ist nicht nur ein wichtiger Vasodilatator, der die Blutgefäße bei Bedarf weit stellt und damit die Durchblutung sichert. NO scheint auch im Hirngewebe am Erhalt der Nervenzellen beteiligt zu sein.

Dies schließen die Forscher aus Experimenten an Tieren, denen das Gen für das Tau-Protein fehlt. Diese Tiere entwickelten unter der Hochsalzdiät ebenfalls Durchblutungsstörungen, aber keine Demenz. Den gleichen Effekt hatte eine Vorbehandlung mit Antikörpern gegen Tau-Proteine.

Die Schädigung der Tau-Proteine könnte deshalb für die Pathogenese von zentraler Bedeutung sein. Eine salzhaltige Kost fördert vermutlich auch beim Menschen die Entwicklung einer Demenz. Der Effekt wurde jedoch bisher vor allem über die arterielle Hypertonie erklärt, zu der es bei vielen Menschen unter einer salzhaltigen Kost kommt. Die Hypertonie ist ein Risikofaktor für die zerebrale Mikroangiopathie („small-vessel disease“), die mit Mikroinfarkten einhergeht, die in der Summe die kognitiven Fähigkeiten herabsetzen. Eine direkte Assoziation mit Morbus Alzheimer und anderen Tauopathien wurde in epidemiologischen Studie jedoch nicht beobachtet. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #785057
Baum88
am Sonntag, 12. Januar 2020, 16:03

Nutzlose Studie

Das ein hoher Salzkonsum ungesund ist wusste man auch schon vorher. Durch Studien in verschiedenen Ländern sah man das in Asien vermehrt Krankheiten entstandenen aufgrund des erhöhten Salzkonsum von Fertigprodukte und Sojasauce.
Also waren die Ergebnisse dieser Studie meines Erachtens nutzlos.
Wer konsomiert schon zwischen 48g und 92g Salz?!
Armes Versuchstier das umsonst starb.
Avatar #763956
dubito
am Sonntag, 27. Oktober 2019, 16:30

Viel hilft viel ...

... jedenfalls bei derartigen Studien.
Man hat also Mäusen die bis zu 16-fache Menge an Kochsalz verabreicht, das täglich acht Wochen lang, und die Erkenntnis daraus ist: "Eine salzhaltige Kost fördert vermutlich auch beim Menschen die Entwicklung einer Demenz."
Wenn ein Erwachsener statt der WHO-Empfehlung von 5 Gramm Salz/Tag jetzt 80 Gramm schlucken muss, führt das vermutlich noch zu ganz anderen Störungen. Ob der tatsächlich oft übliche Konsum von acht Gramm zu einer Demenz führt, sagt die Studie nicht aus. Für das echte Leben also ein Null-Ergebnis; was letztlich bleibt, ist ein vager Verdacht. Daraus machen die Straßenmedien aber dann erwartungsgemäß: "Salz macht dumm". Für solchen Unsinn sind zwar nicht die Forscher verantwortlich, sondern einzig die Medien selbst. Aber Studie und Forscher werden zitiert. Fazit: Ziel voll erreicht!
Avatar #763956
dubito
am Sonntag, 27. Oktober 2019, 16:29

Viel hilft viel ...

... jedenfalls bei derartigen Studien.
Man hat also Mäusen die bis zu 16-fache Menge an Kochsalz verabreicht, das täglich acht Wochen lang, und die Erkenntnis daraus ist: "Eine salzhaltige Kost fördert vermutlich auch beim Menschen die Entwicklung einer Demenz."
Wenn ein Erwachsener statt der WHO-Empfehlung von 5 Gramm Salz/Tag jetzt 80 Gramm schlucken muss, führt das vermutlich noch zu ganz anderen Störungen. Ob der tatsächlich oft übliche Konsum von acht Gramm zu einer Demenz führt, sagt die Studie nicht aus. Für das echte Leben also ein Null-Ergebnis; was letztlich bleibt, ist ein vager Verdacht. Daraus machen die Straßenmedien aber dann erwartungsgemäß: "Salz macht dumm". Für solchen Unsinn sind zwar nicht die Forscher verantwortlich, sondern einzig die Medien selbst. Aber Studie und Forscher werden zitiert. Fazit: Ziel voll erreicht!
Avatar #763956
dubito
am Sonntag, 27. Oktober 2019, 16:28

Viel hilft viel ...

... jedenfalls bei derartigen Studien.
Man hat also Mäusen die bis zu 16-fache Menge an Kochsalz verabreicht, das täglich acht Wochen lang, und die Erkenntnis daraus ist: "Eine salzhaltige Kost fördert vermutlich auch beim Menschen die Entwicklung einer Demenz."
Wenn ein Erwachsener statt der WHO-Empfehlung von 5 Gramm Salz/Tag jetzt 80 Gramm schlucken muss, führt das vermutlich noch zu ganz anderen Störungen. Ob der tatsächlich oft übliche Konsum von acht Gramm zu einer Demenz führt, sagt die Studie nicht aus. Für das echte Leben also ein Null-Ergebnis; was letztlich bleibt, ist ein vager Verdacht. Daraus machen die Straßenmedien aber dann erwartungsgemäß: "Salz macht dumm". Für solchen Unsinn sind zwar nicht die Forscher verantwortlich, sondern einzig die Medien selbst. Aber Studie und Forscher werden zitiert. Fazit: Ziel voll erreicht!
Avatar #763956
dubito
am Sonntag, 27. Oktober 2019, 16:27

Viel hilft viel ...

... jedenfalls bei derartigen Studien.
Man hat also Mäusen die bis zu 16-fache Menge an Kochsalz verabreicht, das täglich acht Wochen lang, und die Erkenntnis daraus ist: "Eine salzhaltige Kost fördert vermutlich auch beim Menschen die Entwicklung einer Demenz."
Wenn ein Erwachsener statt der WHO-Empfehlung von 5 Gramm Salz/Tag jetzt 80 Gramm schlucken muss, führt das vermutlich noch zu ganz anderen Störungen. Ob der tatsächlich oft übliche Konsum von acht Gramm zu einer Demenz führt, sagt die Studie nicht aus. Für das echte Leben also ein Null-Ergebnis; was letztlich bleibt, ist ein vager Verdacht. Daraus machen die Straßenmedien aber dann erwartungsgemäß: "Salz macht dumm". Für solchen Unsinn sind zwar nicht die Forscher verantwortlich, sondern einzig die Medien selbst. Aber Studie und Forscher werden zitiert. Fazit: Ziel voll erreicht!
LNS
VG WortLNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER