NewsPolitikHerrmann kündigt Drogen-Konsumraum am Kottbusser Tor an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Herrmann kündigt Drogen-Konsumraum am Kottbusser Tor an

Freitag, 25. Oktober 2019

Drogenhandel, Diebstaehle und Obdachlosigkeit prägen das Bild im Problemviertel am Kottbusser Tor, /picture alliance, Paul Zinken

Berlin – Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin, Monika Herrmann (Bündnis90/Die Grünen), will gezielter gegen Drogenkonsum im öffentlichen Raum vorgehen. Im Sommer 2020 soll am Kottbusser Tor ein Zentrum für Alkohol- und Heroinabhängige mit einem Konsumraum eröffnen, erklärte Herrmann gegenüber dem Portal rbb24 Recherche.

„Es geht tatsächlich darum, diejenigen, die fixen, von der Straße zu holen“, betonte Herr­mann. Geplant sei ein Gesundheits- und Sozialzentrum für Alkohol- und Heroinabhängige mit Beratung, Drogenkonsumraum und Möglichkeiten zur Notübernachtung. Der Verein „Fixpunkt“ soll das Zentrum in der Reichenberger Straße 176 betreiben.

Anzeige

Bereits seit März 2018 hat der Bezirk dafür die erste Etage eines ehemaligen Senioren­wohn­hauses mit einer Fläche von rund 400 Quadratmetern angemietet. Langwierige Planungsverfahren hätten die Eröffnung verzögert, hieß es aus dem Bezirksamt. Die jährliche Miete liegt im fünfstelligen Bereich; sie wird aus dem Haushalt des Bezirks finanziert, der Senat zahlt den notwendigen Umbau und die langfristigen Projektkosten.

Hintergrund der Maßnahme ist der verbreitete Drogenkonsum auf Plätzen und U-Bahnhöfen rund um das Kottbusser Tor. Gebrauchte Spritzen von Heroinabhängigen liegen auf Spiel­plätzen herum, Anwohner beschweren sich seit Jahren.

Das Bezirksamt Neukölln begrüßte die Ankündigung, hält die Maßnahmen jedoch für unzureichend. Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagte: „Die Idee, mit einem stationären Konsumraum das Problem des öffentlichen Drogenkonsums zu lösen, ist bereits wiederlegt.“ In Neukölln gebe es selbst in direkter Nähe des Konsumraums zahlreiche Spritzenfunde. Statt eines festen Konsumraums müsse es mehr Straßensozialarbeit und Konsummobile geben.

2018 starben nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) 191 Menschen in der Hauptstadt an den Folgen ihres Rauschmittelkonsums. Laut Polizei gab es in Berlin bis Juli 2019 bereits 123 Drogentote. Die meisten starben durch Opioide wie Heroin. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. November 2020
Berlin – Einen deutlichen Zuwachs an Kokain und synthetischen Drogen gibt es aktuell auf dem Schwarzmarkt. Den größten Schaden richten immer noch die legalen Drogen Alkohol und Tabak an. Hoch ist auch
Jahresbericht: Drogenpolitik setzt im Wesentlichen auf Prävention
25. November 2020
Newark – Der Schmerzmittelhersteller Purdue Pharma hat sich wegen Verstößen gegen mehrere US-Bundesgesetze schuldig bekannt, darunter wegen Verschwörung zum Betrug. Das Unternehmen habe gestern
Opioidverfahren: Konzern Purdue Pharma gesteht Schuld ein
23. November 2020
Berlin/Leipzig – Aus Protest gegen die Coronapolitik von Bund und Ländern sind am Wochenende Tausende Menschen in deutschen Städten auf die Straße gegangen. Allerdings traten ihnen teils auch Hunderte
Protestzüge gegen Coronapolitik in deutschen Städten
19. November 2020
Regensburg/Berlin – Im vergangenen Jahr sind 650 Menschen in Deutschland an einer Opioidvergiftung gestorben. Schätzungen zufolge sind bei Überdosierungen in zwei von drei Fällen jedoch andere
Naloxon-Nasenspray kann bei Überdosierungen Leben retten
12. November 2020
Berlin – Berlins Ärztekammerpräsident Günther Jonitz sieht die Krankenhäuser in der Hauptstadt in der Pandemie hart am Limit. „Wir gehen momentan auf sehr, sehr dünnem Eis, noch geht es, aber es darf
Berliner Ärztekammerpräsident sieht Kliniken am Limit
10. November 2020
Berlin – In Berlin sind nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit vier bis sechs Impfzentren geplant. Bundesweit soll es nach einem Beschluss von Bund und Ländern 60 geben. Für heute sei
In Berlin sind vier bis sechs Impfzentren geplant
9. November 2020
Berlin – Die Bundesregierung lehnt eine Legalisierung von nicht-medizinischem Cannabis weiterhin ab. Die Gesundheitsgefahren des Cannabismissbrauchs seien insbesondere bei Jugendlichen und
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER