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Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert mehr Unterstützung für die Weiterbildung

Montag, 28. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Immer weniger Ärzte lernen in ihrer Weiterbildung zum Facharzt das gesamte konservative und operative Spektrum von Orthopädie und Unfallchirurgie kennen. Auf diesen Missstand hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hingewiesen.

„Zum einen liegt das an der Zusammenführung der Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie vor 16 Jahren. Der Lehrinhalt ist dadurch um 60 Prozent angestiegen – die Weiterbildungs­zeit ist jedoch gleichgeblieben“, erklärte der Präsident des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, Carsten Perka.

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Der Missstand habe aber auch ökonomische Gründe: „Deutschland ist eines der wenigen Industrieländer, in denen Weiterbildung in der Medizin nicht bezahlt wird“, kritisierte der ärztlicher Direktor des Centrums für Muskulos­keletale Chirurgie an der Charité Berlin. Eine sorgfältige Anleitung koste jedoch viel Zeit und Geld. So sei es etwa sehr zeitaufwendig, einem Anfänger das Operieren beizubringen. „Das geht nur eins zu eins – und danach fehlt die investierte Zeit für das reguläre Tagesprogramm“, so Perka.

Dies bestätigt auch der Kongresspräsident Thomas Möller, der als niedergelassener Ortho­päde und Unfallchirurg in Speyer tätig ist. „Wenn ich weiterbilde, verliere ich Geld, weil ich dann weniger Patienten behandeln kann“, erläuterte er.

Die Fachgesellschaft fordert daher, die Weiterbildung zu entlohnen. In Kliniken sollte sie ein fester Bestandteil des Fallpauschalen-Systems sein, in der Praxis sowie im Rehabereich müsse sie extra vergütet werden, hieß es.

Die DGOU fordert zudem, die Weiterbildung inhaltlich möglichst breit zu gestalten: Auf­grund des Trends zur Spezialisierung in vielen Klinken komme die gesamtheitliche Beur­teilung des Patienten mitunter zu kurz. „Eine hohe Spezialisierung auf bestimmte Eingriffe kann zu einer isolierten Betrachtung eines Gelenks oder einer Körperregion führen“, so Perka. „Um die Weiterbildung wieder näher an die ambulante Versorgung zu knüpfen, wäre ein Rotationssystem sinnvoll, in dem auch feste Zeiten in der ambulanten Praxis vorgesehen sind“, erläuterte Möller. © hil/aerzteblatt.de

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