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Ärzteschaft

Direkte orale Antikoagulanzien häufiger verordnet als Vitamin-K­-Antagonisten

Freitag, 25. Oktober 2019

/New Africa, stock.adobe.com

Berlin – Direkt wirkende orale Antikoagulanzien (DOAK) werden in Deutschland häufiger verordnet als Vitamin-K-Antagonisten. Darauf hat jetzt das Zentralinstitut für die kassen­ärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hingewiesen.

Haupteinsatzgebiet der Antikoagulanzien – zu denen DOAKs und Vitamin-K-Antagonisten zählen – ist die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern. Dieses geht bekanntlich mit einem stark erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Die Gabe von Vitamin-K-Antagonisten gilt allerdings laut dem Zi weiterhin als Therapiestandard. Die geringe therapeutische Breite dieser Wirkstoffe und ihr hohes Interaktionspotential mit anderen Wirkstoffen sowie Nah­rungsmitteln machen es aber nötig, die Therapie genau zu überwachen.

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Die neuen DOAKs wurden seit 2008 zugelassen. In den Zulassungsstudien senkten sie das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern ähnlich gut wie die Vitamin-K-Antago­nisten. Unter den DOAK war jedoch bei den in die Studien eingeschlossenen Patienten das Risiko einer Hirnblutung geringer. „Umfassende Versorgungsstudien müssen zeigen, ob die Ergebnisse auf die realen Gegebenheiten übertragen werden können“, hieß es aus dem Zi.

Die DOAK-Verordnungszahlen steigen laut dem Institut weiter an und haben die der Vita­min-K-Antagonisten überholt. „Die Entscheidung für einen VKA wie Phenprocoumon oder ein DOAK sollte sich nach Begleiterkrankungen, Komedikation und Präferenz des Patienten richten. VKA sollten weiterhin bevorzugt eingesetzt werden, beispielsweise bei Patienten mit einem hohen Risiko für gastrointestinale Blutungen, mit unsicherer Adhärenz oder deren ‚International Normalized Ratio‘ mit einem Vitamin-K-Antagonisten stabil im thera­peutischen Bereich liegt“, erläuterte der Vorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #26589
nordman
am Samstag, 2. November 2019, 10:00

Wurde auch Zeit...

„Umfassende Versorgungsstudien müssen zeigen, ob die Ergebnisse auf die realen Gegebenheiten übertragen werden können“
Das müssten dann aber extrem gute Versorgungsstudien sein, wenn sie einer RCT überlegene Ergebnisse zeigen wollen! In der Praxis kaum noch umsetzbar...
LNS

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