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World Health Summit: Spahn fordert mehr Engagement für globale Gesundheit

Montag, 28. Oktober 2019

/Word Health Summit

Berlin – Mehr Engagement bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwick­lung hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gefordert. „Wir sind noch weit davon entfernt, insbesondere das Ziel Nummer drei, ein gesundes Leben für alle Menschen, zu erreichen“, sagte Spahn gestern Abend bei der Eröffnung des 11. World Health Summit in Berlin vor rund 1.300 internationalen Teilnehmern.

Zwar seien in den vergangenen Jahren Fortschritte erreicht worden beispielsweise im Kampf gegen HIV/Aids, bei der Verringerung der Kindersterblichkeit oder der Polio-Eradikation. „Aber der Zustand der Weltgesundheit ist nicht zufriedenstellend“, erklärte der Minister. Angesichts von Epidemien wie Ebola gelte es vor allem, die Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern zu stärken, damit sie mit den Gefahren umgehen könnten. Globale Gesundheit könne aber nur erreicht werden, wenn alle Akteure über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiteten.

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In diesem Zusammenhang lobte Spahn den Start des Globalen Aktionsplans für Gesundheit, den zwölf internationale Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Entwicklung und humanitäre Hilfe gemeinsam mit der Welt­gesund­heits­organi­sation im September dieses Jahres in New York auf den Weg gebracht haben. Angeregt hatten diese Initiative die Regie­rungschefs von Norwegen, Ghana und Deutschland, um sicherzustellen, dass das Ziel Num­mer drei, Gesundheit für alle, auch tatsächlich bis 2030 erreicht wird.

Bei ihrer Rede vor den Vereinten Nationen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf hingewiesen, dass diese zwölf internationalen Organisationen über 12,7 Milliarden US-Dollar verfügten – ein Drittel der gesamten Entwicklungshilfe. Die Partner haben sich insbesondere auf die Beschleunigung von Fortschritten in sieben Bereichen verständigt, darunter Grundversorgung, Systemfinanzierung, Forschung und Entwicklung sowie Epide­mievorsorge. Spahn kündigte jetzt bei der Eröffnung des World Health Summit an, dass Deutschland auch seine EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 nutzen wolle, um das Thema Globale Gesundheit auch auf europäischer Ebene voranzutreiben.

Der Präsident des World Health Summit, Detlef Ganten, lobte das Engagement der Bundesregierung für die globale Gesundheit. Diese habe das Thema sowohl im Rahmen der führenden Industrienationen (G 7) als auch bei den führenden Industrie- und Schwellenländern (G 20) auf die Tagesordnung gesetzt. Beim G 20-Gipfel 2017 standen unter anderem die Verbesserung des globalen Gesundheitskrisenmanagements, die Gesundheitssystemkung sowie der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen im Vordergrund. Nach Angaben der Bundesregierung hat Deutschland seit 2000 die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitssektor mehr als verdreifacht. Sie beliefen sich derzeit auf mehr als eine Milliarde US-Dollar jährlich. Im europäischen Vergleich sei Deutschland heute eines der führenden Geberländer im Gesundheitssektor und einer der wichtigsten Geldgeber der WHO.

Kapazitäten und Know-How vor Ort schaffen will das Bun­des­for­schungs­minis­terium mit seiner neuen Afrika-Strategie. „Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Menschen besser in Blick nehmen“, sagte Staatssekretär Christian Luft bei der Eröffnung des World Health Summit. Die BMBF-geförderten Projekte sollen die afrikanischen Partner bei der Bewäl­tigung der großen Herausforderungen unterstützen: dem steigenden Ernährungsbedarf, dem Klimawandel, der fortschreitenden Urbanisierung sowie der wachsenden Nachfrage nach Elektrizität und Energie.

Für mehr Ehrgeiz bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele warb auch Magda Robalo, Ministerin für öffentliche Gesundheit in Guinea Bissau. Sie hob vor allem den engen Bezug von wirtschaftlicher Entwicklung und Gesundheit hervor. „Gesundheit hängt von wirtschaftlichem Wachstum ab“, sagte sie. Umgekehrt könne eine gesunde Bevölkerung mehr wirtschaftlichen Wohlstand erschaffen. © HK/aerzteblatt.de

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