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Ärzteschaft

HNO-Erkrankungen bleiben bei alten Menschen laut Berufsverband oft unerkannt

Dienstag, 29. Oktober 2019

/Rido, stock.adobe.com

Mannheim/Neumünster – Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen sind bei vielen älteren Menschen nur unzureichend diagnostiziert und werden daher häufig nicht oder nicht ausreichend behandelt. Das kritisiert der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte. „Während sich die Erkenntnis, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, mittlerweile durchgesetzt hat, werden die besonderen Bedürfnisse und Gegebenheiten älterer Patienten in der HNO-Heilkunde bislang noch ungenügend berücksichtigt“, sagte die Expertin des Berufsver­bandes, Christiane Völter vom Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Bei der Behandlung der älteren Patientinnen und Patienten komme es vor allem auf die frühzeitige Erkennung und Einleitung von therapeutischen Maßnahmen an, so die Leiterin des Hörkompetenzzentrums am St. Elisabeth-Krankenhaus der Ruhr-Universität in Bochum.

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Ein Beispiel seien Hörstörungen: „Je nach Datenlage sind zwischen 30 und 50 Prozent der mittel- bis hochgradig Schwerhörigen nicht mit einem Hörgerät versorgt“, so Völter. Sie plädiert daher für eine systematische Überprüfung des Hörvermögens älterer Menschen: „Ein Hörscreening für Ältere könnte in Zukunft Teil der Gesundheitsvorsorge in Analogie zu den bereits etablierten internistischen und urologischen Vorsorgeuntersuchungen sein“, sagte sie. Ein solches Screening sei besonders lohnend, weil die Prävalenz von Erkran­kungen der Sinnesorgane hoch und eine Therapie derselben meist ohne größere Neben­wirkungen möglich sei, so die Bochumer Hörexpertin.

Die Schwerhörigkeit ist laut dem Berufsverband aber nur eine von zahlreichen altersbe­dingten Gesundheitsstörungen: „Schwindel wird neben Immobilität, Inkontinenz, Instabilität, Isolation, intellektuellen Veränderungen, iatrogenen Arzneimittelwirkungen und Depression zu den sogenannten Geriatric Giants gezählt“, so die Expertin. Jeder fünfte Ältere über 65 Jahren sei zum Beispiel von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen betroffen, so Völter. © hil/aerzteblatt.de

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