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Politik

Beitragssätze für Krankenkassen steigen leicht an

Montag, 28. Oktober 2019

/Setareh, stock.adobe.com

Berlin – Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen sich auf steigende Kranken­kassenbeiträge einstellen. Bei vielen könnte der Beitrag aber auch sinken. Der durchschnit­tliche Zusatzbeitragssatz wird im kommenden Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben, wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium heute in Berlin mitteilte. Grund dafür: Die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen.

Allerdings legt jede Krankenkasse selbst fest, wie hoch ihr tatsächlicher Zusatzbeitrag ausfällt. Auch Beitragssenkungen seien bei Kassen mit hohen Finanzreserven möglich, betonte das Ministerium. Die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags wird jährlich neu festgelegt und spiegelt als Orientierungsgröße den Finanzbedarf der Kassen insgesamt wieder.

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Gründe für wachsende Ausgaben sind laut Ministerium Verbesserungen in der Versorgung, medizinischer Fortschritt und das steigende Lebensalter der Menschen. Allerdings seien die Finanzreserven in den vergangenen Jahren auf mehr als 20 Milliarden Euro gestiegen. Mehr als die Hälfte der Kassen verfüge über Betriebsmittel und Rücklagen, die höher sind als die Ausgaben eines Monats. In diesem Fall dürfen sie ihre Zusatzbeiträge nicht anheben.

Einige Kassen, deren Finanzreserven deutlich über eine Grenze von einer Monatsausgabe hinausgehen, müssen diese ab 2020 innerhalb der kommenden drei Jahre schrittweise abbauen. Dazu wurde im Versichertenentlastungsgesetz von 2018 auch festgelegt, dass dafür eine Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi-RSA) not­wendig sei.

Diese Reform soll jetzt mit dem Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) durchgeführt werden. Allerdings kann die Reform erst im Jahr 2020 greifen – nach Informationen des Deutschen Ärzteblattes sollen die benötigten Anhörungen im Bundestag zum Gesetz erst im Dezember stattfinden. Somit kann das Gesetz nicht schon zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Errechnet wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf Basis einer offiziellen Schätzung. Die Einnahmen des Gesundheitsfonds sollen im kommenden Jahr demnach bei 240,2 Milliarden Euro liegen - die Ausgaben der Kassen bei rund 256,8 Milliarden Euro. Die gesetzlichen Kassen haben inzwischen beträchtliche Reserven angespart. Allein von 2015 bis 2019 legten die Gesamtreserven von 14,5 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro zu. Ob der Gesamt­beitrag also tatsächlich steigt oder eher fällt, hängt von der Finanzlage jeder einzelnen Krankenkasse ab.

Seit 1. Januar diesen Jahres teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl den variablen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, als auch den allgemeinen, festen Beitrag von 14,6 Prozent je zur Hälfte. Davor mussten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag alleine schultern. Auch das war ein Inhalt des Versicherten-Entlastungsgesetz, dass 2018 eingeführt wurde. © dpa/bee/aerzteblatt.de

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