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Medizin

Zwei von drei Menschen mit Down-Syndrom erkranken vor dem 55. Lebensjahr an einer Demenz

Dienstag, 29. Oktober 2019

/picture-alliance / Wissen Media Verlag
Madison – Durch die steigende Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom rückt ein bisher wenig beachtetes Gesundheitsproblem in den Vordergrund. Laut einer Unter­suchung in JAMA Neurology (2019; DOI: 10.1001/jamaneurol.2019.3666) sind im Alter von 55 Jahren 2 von 3 Menschen mit Down-Syndrom wegen Demenzen in medizinischer Behandlung.

Da sich das Gen für das Amyloid-Precursor-Protein auf dem Chromosom 21 befindet, kommt es bei Menschen mit Down-Syndrom zu einer vermehrten Bildung. Eine bekannte Folge sind Ablagerungen von Beta-Amyloiden im Gehirn, die in Autopsien praktisch bei jedem Men­schen mit Down-Syndrom im Alter von 40 Jahren nachweisbar sind. An einer Demenz erkrankten in der Vergangenheit nur wenige Personen, da die Lebenserwartung aufgrund von Herzfehlern und Leukämien begrenzt war.

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Inzwischen werden Herzfehler häufiger korrigiert und die Behandlungsergebnisse von Leukämien haben sich gebessert. Deshalb erreichen mehr Menschen mit Down-Syndrom ein höheres Alter – in dem sie häufiger an einer Demenz erkranken.

Eric Rubenstein von der Universität von Wisconsin in Madison und Mitarbeiter haben Inzi­denz und Prävalenz jetzt anhand der Daten von Medicaid bestimmt. Über das Gesundheits­fürsorgeprogramm für sozial Bedürftige sind in den USA fast alle Menschen mit Down-Syndrom krankenversichert.

Schon im Alter von 40 bis 54 Jahren wurden 18,8 % aller Menschen mit Down-Syndrom wegen Demenzen medizinisch betreut. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 40- bis 54-jähriger Mensch mit Down-Syndrom in den nächsten 11f Jahren an einer Demenz erkrankt, lag bei 40 %. Bis zum Alter von 55 Jahren waren 67 % aller Menschen mit Down-Syndrom wegen einer Demenz in Behandlung.

Vor dem 40. Lebensjahr war die Wahrscheinlichkeit einer Demenz in beiden Geschlechtern etwa gleich hoch. Im Alter von 40 bis 54 Jahren erkrankten Frauen dann zu 23 % häufiger als Männer.

Demenzerkrankungen sind nach Einschätzung des National Institute of Child Health and Human Development, das die Studie finanziell gefördert hat, ein bislang von der Forschung zu wenig beachtetes Problem. Behandlungen, die das Fortschreiten der Erkrankung verlang­samen oder aufhalten können, gibt es wie bei Patienten mit Morbus Alzheimer bislang nicht. © rme/aerzteblatt.de

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