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Fresenius: Helios-Kliniken bleiben Sorgenkind

Dienstag, 29. Oktober 2019

/dpa

Bad Homburg – Der Medizinkonzern Fresenius bleibt nach einem soliden dritten Quartal bei seinen angehobenen Jahreszielen. Auch dank guter Geschäfte mit Nierenpatienten stiegen die Umsätze bereinigt um Wechselkurseffekte um 6 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, teilte Fresenius heute in Bad Homburg mit. Unterm Strich blieb der währungsbereinigte Gewinn mit 453 Millionen Euro unverändert - mehr als von Analysten erwartet. Im Klinik-Geschäft hakt es aber.

„Unsere angekündigten Investitionen laufen planmäßig“, erklärte Fresenius-Chef Stephan Sturm. Diese drückten aber im laufenden Jahr auf den Gewinn. Sturm hatte 2018 zweimal die Geschäftsziele korrigieren und die geplante Übernahme des US-Konzerns Akorn absa­gen müssen. An der Börse waren die Aktien des Dax-Konzerns daraufhin eingebrochen. 2019 hatte Sturm mit Investitionen von 2,5 Milliarden Euro zum Übergangsjahr erklärt. So baut Fresenius das Dialysegeschäft etwa in China aus und stellt mehr Pfleger in Kliniken ein.

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Für das Gesamtjahr hielt das Management nun an seinen jüngst erhöhten Zielen fest. So soll der Umsatz weiter währungsbereinigt um 4 bis 7 Prozent wachsen. Beim Gewinn erwartet Fresenius nach wie vor eine Stagnation. An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an. Die zuletzt gebeutelten Fresenius-Aktien legten zunächst um fast 4 Prozent zu.

Bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) lief das dritte Quartal deutlich besser als von Experten erwartet - auch wegen starker Geschäfte mit Heimdialyse. In dem Bereich hatte der Konzern den US-Anbieter NxStage übernommen, der Nierenpatienten eine kom­for­tablere Blutwäsche zu Hause ermöglicht.

Wachstumsmarkt: Zuletzt hatten sich Hinweise auf einen Reformplan aus Washington verdichtet, der eine günstigere Versorgung nierenkranker Patienten durch mehr Heimdialyse vorsieht. Der Umsatz bei FMC legte währungsbereinigt um 5 Prozent auf 4,38 Milliarden Euro zu, der Gewinn belief sich auf 363 Millionen Euro, ein Plus von 2 Prozent.

Im Geschäft mit Flüssigmedizin wie Infusionen und Nachahmerarznei kletterten die Erlöse dank guter Geschäfte in Schwellenländern um 5 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Der Ge­winn stagnierte aber.

Eine Baustelle blieb die Krankenhaustochter Helios, wo der Gewinn um 12 Prozent auf 113 Millionen Euro sank. Deutschlands größter Betreiber von Privatkliniken richtet das Geschäft auf den Trend zu ambulanten Behandlungen aus, rüstet sich für neue Vorschriften und stellt im großen Stil Pfleger ein, was die Kosten treibt. Rückenwind bescherte Fresenius weiter die Übernahme der spanischen Klinikkette Quirónsalud 2017. In Spanien lief das Sommer-Geschäft aber unverhofft so gut, dass dort kurzfristig mehr Leiharbeiter zum Einsatz kamen. © dpa/aerzteblatt.de

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